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Der DEval-Meinungsmonitor 2022 (Phase III)

In der dritten Phase des DEval-Meinungsmonitor Entwicklungspolitik steht das entwicklungspolitische Engagement der Bevölkerung im Fokus – insbesondere Spenden an entwicklungspolitische Organisationen und nachhaltiger Konsum.

Das entwicklungspolitische Engagement von Bürger*innen kann vielfältige Formen annehmen: informations- und kommunikationsbezogene Aktivitäten (z. B. Teilen von Informationen in sozialen Medien), organisationsbezogenes Engagement (z. B. Ehrenamt), politische Partizipation (z. B. Teilnahme an Demonstrationen), aber ebenso Spenden an entwicklungspolitische Organisationen und nachhaltigen Konsum.

Staatliche und zivilgesellschaftliche entwicklungspolitische Akteure haben ein Interesse, entwicklungspolitisches Engagement zu fördern. Dazu benötigen sie aber ein detailliertes Bild über entsprechende Aktivitäten und Auffassungen der Bevölkerung.

Der Meinungsmonitor Entwicklungspolitik 2022 geht vor diesem Hintergrund der Frage nach, welche Engagementformen die Bürger*innen nutzen, wie sich diese im Zeitverlauf verändern und mit welchen Merkmalen sie zusammenhängen (z. B. Alter und politische Orientierung). Schwerpunkte liegen auf einer detaillierten Analyse von Spenden an entwicklungspolitische Organisationen (z. B. Höhe, Häufigkeit) sowie einer vertieften Untersuchung des Verhaltens und der Einstellungen im Bereich des nachhaltigen Konsums aus einem entwicklungspolitischen Blickwinkel.

Ergänzt wird dies durch eine an den Meinungsmonitor Entwicklungspolitik 2018 anknüpfende deskriptive Analyse zentraler entwicklungspolitischer Einstellungsindikatoren. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Einstellungen zu Demokratie und Demokratieförderung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit.

Hintergrund

Die aktive Einbindung der Bürger*innen in die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie ist durch die Verabschiedung der Agenda 2030 aktueller denn je. Ohne eine breite Unterstützung in der Bevölkerung können die ambitionierten Ziele, die Themen wie weltweite Nahrungsmittelsicherheit, Gesundheit, Schutz der Umwelt, Geschlechtergleichstellung, Bildung und nachhaltiges Wirtschaften umfassen, nicht erreicht werden.

Auch aus einer normativen Perspektive ist die Unterstützung jeglicher politischen Ziele und Maßnahmen durch die Bevölkerung wichtig. So sollten staatliche Entscheidungsträger*innen die Vorstellungen der Bevölkerung bei der Politikgestaltung berücksichtigen, um deren Akzeptanz bzw. Legitimität zu gewährleisten. Dies gilt auch für die EZ als Instrument zur Umsetzung der Agenda 2030.

Ebenso sind zivilgesellschaftliche Organisationen in hohem Maße auf das Interesse und die Unterstützung der Bürger*innen in Form von Spenden und ehrenamtlichem Engagement angewiesen. Neben der Gewährleistung der Handlungsfähigkeit durch finanzielle Zuwendungen und ehrenamtliches Engagement ist die Bekanntheit und Wahrnehmung der Arbeit dieser Organisationen durch die Bevölkerung essenziell, um ein Bewusstsein für globale Zusammenhänge in der breiten Gesellschaft zu verankern und Verhaltensweisen zu etablieren, die im Einklang mit der Agenda 2030 stehen.

Die gegenwärtige Daten- und Studienlage zur Perspektive der Bevölkerung auf Entwicklungspolitik, EZ und globale nachhaltige Entwicklung ist jedoch unzureichend, vor allem vor dem Hintergrund, dass im Zuge gegenwärtiger weltpolitischer Entwicklungen (z. B. internationaler Terrorismus, globale Flüchtlingsbewegung, Virus-Pandemie) EZ wieder stärker in den öffentlichen Fokus gerückt ist. Daraus resultiert ein dringender Bedarf an Wissen über den Kenntnisstand, die Einstellungen und die Verhaltensweisen der Bevölkerung in diesem Themenfeld. Der DEval-Meinungsmonitor möchte diesen Erkenntnisbedarf erfüllen und EZ-Akteuren sowohl Feedback über die öffentliche Meinung zum Thema EZ und nachhaltige Entwicklung als auch Orientierungswissen für die strategische Ausrichtung bzw. Kommunikations- und Bildungsarbeit bieten.

Methoden

Für den Bericht werden verschiedene bevölkerungsrepräsentative Datenquellen genutzt. Diese umfassen, wie schon in den vorherigen Berichten, Umfragedaten des Aid Attitude Trackers (AAT; 2012-2018) und seinem Nachfolgeprojekt Development Engagement Lab (DEL; ab 2019), eigene Erhebungen durch das Meinungsforschungsinstitut Respondi (2021); sowie zur Analyse des Spendenverhaltens an entwicklungspolitische Organisationen Daten des Growth from Knowledge (GfK) Charity Panels (2005–2020). Die Fokusanalyse zu nachhaltigem Konsum greift zusätzlich auf qualitative Fokusgruppendiskussionen zurück.

Die Studie wird durch eine Referenzgruppe begleitet, die sich aus Vertreter*innen staatlicher und zivilgesellschaftlicher EZ-Akteure zusammensetzt. Hinzu kommt die Begutachtung der Studie durch interne und externe Peer Reviewer, die über Expertise im Bereich der EZ, Einstellungsforschung und sozialwissenschaftlichen Forschungsmethodik verfügen.

Kontakt

Portrait von Dr. Sebastian Schneider
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Dr. Sebastian H. Schneider

Evaluator - Teamleitung

Telefon: +49 (0)228 336907-977

E-Mail: sebastian.schneider@DEval.org

Portrait Martin Bruder
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Dr. Martin Bruder

Abteilungsleitung: Zivilgesellschaft, Menschenrechte

Telefon: +49 (0)228 336907-970

E-Mail: martin.bruder@DEval.org

Die verschiedenen Phasen des Meinungsmonitors

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