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Rigorose Wirkungsevaluierung - Förderprogramm

Rigorose Wirkungsevaluierungen (rigorous impact evaluation, RIE) messen den kausalen Effekt einer Maßnahme (z.B. einem Mikrokredit-Programm) auf eine Zielgröße (z.B. Haushaltseinkommen). Das RIE-Förderprogramm soll RIE stärker in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit verankern und so ihre Wirksamkeit erhöhen. Es kann circa neun RIE mit je bis zu 365.000 Euro von 2023 bis 2025 finanziell unterstützen. Förderfähig sind RIE, die BMZ-geförderte Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit evaluieren.

Was sind rigorose Wirkungsevaluierungen?

Rigorose Wirkungsevaluierungen nutzen Evaluierungsdesigns, die den kausalen Effekt einer Maßnahme (z.B. ein Mikrokredit-Programm) auf eine Zielgröße (z.B. Haushaltseinkommen) messen. Hierfür wird durch experimentelle oder quasi-experimentelle Verfahren eine Kontroll- oder Vergleichsgruppe geschaffen, die der Gruppe, die die Maßnahme erhalten hat, so ähnlich wie möglich ist.

Durch RIE können Organisationen der deutschen EZ...

... zeigen, dass ein Projekt nachweisbar wirkt.

... herausfinden, welche Maßnahmen am wirkungsvollsten sind.

... planen, wie das Projekt zukünftig noch wirkungsvoller umgesetzt werden kann.

... entscheiden, welche Projekte fortgesetzt und skaliert werden sollten.

Motivation

Es gibt einige Hürden, um RIE durchzuführen. Dazu gehören die mit RIE verbundenen Kosten, ein mangelndes Bewusstsein für die Vorteile von RIE und fehlende Kompetenzen zur Durchführung. Hier setzt das Förderprogramm an und stellt finanzielle Mittel sowie Beratungs- und Vernetzungsangebote zur Verfügung.

Das Programm identifiziert Projekte, die für eine RIE geeignet sind. Des Weiteren fördert es einen Wissensaustausch zwischen Wissenschaft und EZ-Praxis, indem es mithilfe eines Match-Makings EZ-Projekte und interessierte Wissenschaftler*innen zusammenführt.

Das RIE-Förderprogramm trägt dazu bei, RIE in der deutschen EZ stärker zu verankern:

Ablauf

Der Ablauf des Förderprogramms gliedert sich in folgende Phasen:

In Phase 1 werden EZ-Projekte identifiziert, die für eine RIE und besonders für das Förderprogramm geeignet sind.

In Phase 2 führt das DEval ein Match-Making durch, um EZ-Projekte mit wissenschaftlichen Institutionen zu verbinden, die die EZ-Projekte rigoros evaluieren können. Danach entwickeln die verantwortlichen Wissenschaftler*innen gemeinsam mit den identifizierten EZ-Projekten RIE-Forschungsvorhaben.

Im Anschluss können in Phase 3 die Wissenschaftler*innen einen Antrag auf Förderung beim DEval einreichen. Für diesen Antrag ist ein Unterstützungsschreiben der Entwicklungsorganisation, die das EZ-Projekt implementiert, notwendig.

Danach bewertet in Phase 4 eine Auswahlkommission die Förderanträge und entscheidet über die Förderung.

In Phase 5 werden die RIE-Forschungsvorhaben durchgeführt. Diese Phase dauert circa 2,5 Jahre und endet im Herbst 2025.

Schließlich wird in Phase 6 der Erfolg des RIE-Förderprogramms systematisch ausgewertet. Dafür werden unter anderem Lernerfahrungen während der Durchführung des Förderprogramms aufgearbeitet.

Weitere Informationen

RIE-Webseite

Die RIE-Webseite bietet Informationen und Materialien rund um rigorose Wirkungsevaluierung. Neben Erklärungen und Definitionen zu RIE finden sich dort alle relevanten Informationen zum RIE-Förderprogramm. Dazu zählen Hinweise, wie sich wissenschaftliche Institutionen und EZ-Projekte auf eine Förderung durch das RIE-Förderprogramm bewerben können.

RIE-Forschungsprojekt

Neben dem RIE-Förderprogramm gibt es am DEval auch ein RIE-Forschungsprojekt. Informationen hierzu finden Sie hier.

 

Team

Kontakt

Portrait von Angelika König
© DEval

Angelika König

Senior-Evaluatorin – Teamleitung

Telefon: +49 (0)228 336907-907

E-Mail: angelika.koenig@DEval.org

Portrait Martin Bruder
© DEval

Dr. Martin Bruder

Abteilungsleitung: Zivilgesellschaft, Menschenrechte

Telefon: +49 (0)228 336907-970

E-Mail: martin.bruder@DEval.org

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