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Rigorose Wirkungsevaluierung

Die Wirkungen von Entwicklungszusammenarbeit zweifelsfrei nachzuweisen, ist eine große Herausforderung. Rigorose Wirkungsevaluierungen (rigorous impact evaluations, RIE) stellen sich dieser Herausforderung, werden jedoch bisher in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit nur sporadisch durchgeführt und wenig systematisch genutzt.

Das Ziel dieses Forschungs- und Beratungsprojekts ist es, die Initiierung von rigorosen Wirkungsevaluierungen sowie die systematische Nutzung von rigoroser Evidenz in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen.

Was ist rigorose Wirkungsevaluierung?

Rigorose Wirkungsevaluierung umfasst eine Gruppe von Evaluierungs-Designs, die den kausalen Effekt einer Maßnahme (z.B. einem Mikrokredit-Programm) auf eine Zielgröße (z.B. Haushaltseinkommen) messen. Hierfür wird durch experimentelle oder quasi-experimentelle Verfahren eine Kontroll- oder Vergleichsgruppe geschaffen, die der Gruppe, die die Maßnahme erhalten hat, so ähnlich wie möglich ist.

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Aktivitäten und Ergebnisse

In Phase I und II (2018-2021) des Forschungsprojektes wurde der Status quo von rigorose Wirkungsevaluierung untersucht sowie relevante Hürden und potenzielle Maßnahmen identifiziert, um sowohl die Initiierung von rigorosen Wirkungsevaluierungen als auch die Nutzung von (rigoroser) Evidenz zu steigern. Die Ergebnisse wurden in einem Forschungsbericht 2022 veröffentlicht. Im Bericht formulieren wir konkrete Maßnahmen für politische Entscheidungsträger*innen und Praktiker*innen der Entwicklungszusammenarbeit.

Acht Maßnahmen zur Förderung Rigoroser Wirkungsevaluierung:

In der aktuellen, dritten Projektphase (2022-2023) unterstützt das DEval die Umsetzung der Implikationen aus dem Projektbericht. Konkret berät das DEval ausgewählte Referate des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Erarbeitung von Evidenzagenden. Das Institut entwickelt zudem Maßnahmen zur Kapazitätsstärkung,- z.B. RIE-Trainings -  und führt diese durch. Auf unserer RIE-Webseite werden praxisrelevante Materialien bereitgestellt. Das DEval bereitet existierende Evidenz anschaulich und nutzerfreundlich auf und verbessert das Wissensmanagement unter anderem durch den Aufbau und die Pflege einer Rigorosen-Evidenz-Datenbank. Das Institut berät zur Verankerung von wissenschaftlichen Evidenz, wie beispielsweise rigoroser Evidenz, in Verfahren und Prozessen innerhalb der staatlichen deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Weitere Informationen

RIE-Webseite

Die RIE-Webseite bietet Informationen und Materialien rund um rigorose Wirkungsevaluierung. Neben Erklärungen und Definitionen findet sich dort eine visuelle Aufbereitung des Forschungsberichts. Darüber hinaus werden praxisrelevante Ressourcen für die Durchführung rigoroser Wirkungsevaluierung und Nutzung rigoroser Evidenz zur Verfügung gestellt. Auf der RIE-Webseite ist auch die Rigorose-Evidenz-Datenbank zu finden.

Rigorose-Evidenz-Datenbank

Die Rigorose-Evidenz-Datenbank enthält Informationen zu laufenden und abgeschlossenen rigorosen Wirkungsevaluierungen, die mit finanzieller Beteiligung des BMZ seit 2014 durchgeführt wurden. Durch verschiedene Filter erlaubt die Datenbank gezielt nach rigorosen Wirkungsevaluierungen zu suchen, die für die eigene Arbeit von Relevanz sind. Darüber hinaus ermöglicht die Datenbank eine Vernetzung zwischen RIE-Durchführenden und anderen Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit.

Registrierung rigoroser Wirkungsevaluierungen

Damit die Rigorose-Evidenz-Datenbank auf einem aktuellen Stand bleibt, sollen kontinuierlich weitere rigorose Wirkungsevaluierungen registriert werden (siehe hierzu die BMZ-Evaluierungsleitlinien). Unter diesem Link können Sie Ihre neuen rigorosen Wirkungsevaluierungen registrieren.

RIE-Förderprogramm

Im Frühjahr 2022 startet ein RIE-Förderprogramm am DEval. Durch dieses Programm sollen in den nächsten vier Jahren bis zu neun rigorosen Wirkungsevaluierungen innerhalb der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit finanziert werden.

Team

Kontakt

Portrait Marion Krämer
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Dr. Marion Krämer

Senior-Evaluatorin - Teamleitung

Telefon: +49 (0)228 336907-947

E-Mail: marion.kraemer@DEval.org

Portrait Martin Bruder
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Dr. Martin Bruder

Abteilungsleitung: Zivilgesellschaft, Menschenrechte

Telefon: +49 (0)228 336907-970

E-Mail: martin.bruder@DEval.org

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