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Innovative Nutzung von Fernerkundungsdaten

Die Nutzung von Fernerkundungsdaten in Evaluierungen sind eine wirksame Methode um Effekte von Programmen zur Anpassung an den Klimawandel und Veränderungen im Lebensumfeld von Menschen zu messen. Dazu gehört z.B. die Messung der Ausmaße von Naturkatastrophen oder der Ausbau von Infrastruktur. Wir entwickeln diese Methode in Kooperation mit der Fakultät für Geoinformationswissenschaften und Erdbeobachtung der Universität Twente gezielt weiter.

Die Herausforderungen des Klimawandels werden bereits mit großangelegten Entwicklungsprogrammen adressiert. Die positiven Effekte dieser Programme sind allerdings mit den etablierten Evaluierungsmethoden nur schwer zu überprüfen. Ein neuer methodischer Ansatz auf Basis von Fernerkundungsdaten hilft diese Herausforderungen zu überwinden und ergänzt das Methodenspektrum von Evaluatorinnen und Evaluatoren.

Fernerkundung (auch ‚Remote Sensing‘ genannt) beschreibt die Erfassung und Analyse von Informationen über die Erdoberfläche, die mittels durch ferngesteuerter Erfassung gewonnen werden. An Flugzeugen, Satelliten oder Drohnen angebrachte Sensoren (Kamerasysteme oder Scanner) erfassen spektrale Informationen wie z.B. das von der Erde zurückgeworfene Licht oder vom System ausgesandte und von der Erdoberfläche reflektierte Radar-Strahlung. Diese Informationen können dann mithilfe von geographischen Informationssystemen (GIS) analysiert und ausgewertet werden können.

Die Integration von Fernerkundungsdaten ermöglicht es Evaluatorinnen und Evaluatoren, Veränderungen im Lebensumfeld von Menschen zu messen. Dazu gehören z.B. großflächig auftretende Phänomene wie Waldrodung und die Messung der Ausmaße von Naturkatastrophen bis hin zu Veränderungen auf lokaler Ebene wie die Verbesserung der Lebensqualität einzelner Haushalte oder der Ausbau von Infrastruktur.

Das Deutsche Evaluierungsinstitut für Entwicklungszusammenarbeit nutzt bereits jetzt die Potenziale des methodischen Ansatzes und entwickelt diese gezielt weiter. Am Beispiel einer Maßnahme der technischen Zusammenarbeit auf den Philippinen, die sich mit der Umsetzung von Landnutzungsplanung und Katastrophenmanagement beschäftigt, wird der Einsatz von Fernerkundungsdaten systematisch erprobt. Eine umfassende Untersuchung der Erfolge der Entwicklungsmaßnahme im Bereich des Katastrophenrisikomanagements erfolgt durch die Integration von Informationen aus verschiedenen Quellen: Hochauflösende Fernerkundungsdaten sowie Daten aus Befragungen werden mit komplexen methodischen Ansätzen aus dem Bereich „Machine Learning“ ausgewertet.  

Die Entwicklung des Ansatzes erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten der Fakultät für Geoinformationswissenschaften und Erdbeobachtung (ITC) der Universität Twente in Enschede (Niederlande). Die in diesem Projekt entwickelten Methoden zur Nutzung von Fernerkundungsdaten werden zu einem späteren Zeitpunkt in einer folgenden Evaluierung zur Anpassung an den Klimawandel weiterentwickelt und genutzt.  

Kontakt

Portrait Sven Harten
© DEval

Dr. Sven Harten

Leiter Kompetenzzentrum Methoden / Stellvertretender Direktor

Telefon: +49 (0)228 336907-950

E-Mail: sven.harten@DEval.org

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