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Instrumente und Strukturen der EZAbgeschlossen

Strukturreform der Technischen Zusammenarbeit

Anfang 2011 ist aus drei Organisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (DED, InWEnt, GTZ) die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hervorgegangen. Ziel der Fusion war es, die Wirksamkeit der Technischen Zusammenarbeit zu erhöhen und sie nach außen besser darzustellen. Das DEval hat untersucht, ob die gewünschten Wirkungen eingetreten sind. Die Evaluierung wurde 2018 abgeschlossen.

Der Aufbau von Kapazitäten in Entwicklungsländern – von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) definiert als „die Fähigkeit von Menschen, Organisationen und der Gesellschaft insgesamt, ihre Angelegenheiten erfolgreich zu bewältigen“ – ist ein Schlüsselfaktor für substanzielle Entwicklungsfortschritte. Die Unterstützung der Partnerländer beim Aufbau solcher Kapazitäten zählt daher zu den Kernaufgaben der internationalen Zusammenarbeit.

In der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist die sogenannte Technische Zusammenarbeit das wichtigste Mittel, um den Kapazitätsaufbau in den Partnerländern zu fördern. Durchgeführt wurde sie viele Jahre lang von drei Organisationen: der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) und der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt). Im Rahmen der Strukturreform wurden diese drei Organisationen zur Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) fusioniert.

Durch den Zusammenschluss sollten die Effektivität und die Effizienz der Technischen Zusammenarbeit erhöht werden. Zudem sollte die Bundesregierung durch den Konzentrationsprozess mehr Gestaltungsmöglichkeiten in der internationalen Zusammenarbeit erhalten. Die DEval-Evaluierung „Integration der Instrumente der Technischen Zusammenarbeit“ hat vier Jahre nach der Reform deren Umsetzung und Wirkungspotenzial untersucht und bewertet.

Ergebnisse und Empfehlungen

Die Strukturreform hat die Grundlage dafür gelegt, die deutsche Technische Zusammenarbeit wirksamer und effizienter zu gestalten.

Die schlankeren Strukturen ermöglichen es, die Durchführung der Maßnahmen stärker an den übergeordneten Zielen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und an den Wünschen der Partner auszurichten. Dies und die einheitliche Darstellung nach außen können die deutsche Entwicklungszusammenarbeit insgesamt stärken.

 

Die Einsatzprofile und Funktionen der Fachkräfte aus den drei unterschiedlichen Organisationen sind nicht immer klar voneinander zu trennen bzw. den Verantwortlichen nicht immer bekannt.

Auch führt die Festlegung von Quoten dazu, dass der Einsatz sich nicht immer am wirklichen Bedarf orientiert. Die Leitbilder sollten überarbeitet werden, um die jeweiligen Alleinstellungsmerkmale besser hervorzuheben.

Bei der Planung von Vorhaben sollte regelmäßig geprüft werden, ob anstelle entsandter Fachkräfte nicht regionale und nationale Fachkräfte eingesetzt werden könnten.

Im Einzelfall sollte geprüft werden, inwieweit Organisationen in den Partnerländern an der Finanzierung von Stellen beteiligt werden können. Dadurch ließe sich sowohl die Ausrichtung am tatsächlichen Bedarf als auch die Identifikation mit den Vorhaben erhöhen.

 

Die Evaluierung wurde 2016 abgeschlossen. Die Ergebnisse und Empfehlungen werden hier zusammengefasst dargestellt, die kompletten Ergebnisse und Empfehlungen sind im Bericht zu finden.

Ziele der Evaluierung

Das Ziel der Evaluierung war die Bewertung des Erfolges der TZ-Fusion anhand von Veränderungen der Wirksamkeit und Effizienz des kombinierten TZ-Instrumenteneinsatzes in und mit Partnerländern durch die Zusammenfassung in einer Organisation. Die TZ-Instrumenten-Evaluierung hat daher nicht sämtliche Aspekte der Vorfeldreform von 2011 untersucht: sie war keine Evaluierung der TZ-Fusion.

Etwa dreieinhalb Jahre nach Inkrafttreten der Vorfeldreform bot die Evaluierung damit eine Bestandsaufnahme, inwiefern die theoretischen Vorannahmen zum Nutzen der Fusion in Bezug auf die Integration der TZ-Instrumente zutreffend waren, d.h. inwiefern die beabsichtigten Verbesserungen eingetreten sind oder ob Anhaltspunkte für korrigierende Steuerungsmaßnahmen identifiziert werden können.

Weiterhin sollte die Evaluierung dazu beitragen, die Profile der einzelnen TZ-Instrumente zu schärfen, den Planungsprozess für integrierte Vorhaben zu optimieren, und mögliche Erfolgskriterien für eine optimale Planung, Steuerung und Wirkungsorientierung der Instrumentenintegration zu identifizieren.

Für die Untersuchung wurden vorläufige Evaluierungsfragen in zwei Kernbereichen identifiziert, die im Verlauf der Evaluierung operationalisiert und weiter ausdifferenziert werden:

  • Die veränderte Wirksamkeit von TZ-Instrumenten innerhalb von integrierten Programmen nach Zusammenfassung in einer Organisation.
     
  • Die veränderte Gestaltungsfähigkeit des BMZ gegenüber der TZ und die Sichtbarkeit in der Außendarstellung der deutschen EZ, also das veränderte Verhältnis zwischen BMZ, anderen Gebern, Durchführungsorganisationen und Partnerorganisationen

Hintergrund

Mit Wirkung vom Januar 2011 wurden auf Beschluss der Bundesregierung die GTZ, der DED und InWEnt zur GIZ fusioniert, wodurch ein einheitlicher Akteur der deutschen Technischen Zusammenarbeit (TZ) geschaffen wurde. Die GIZ bündelt die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen der drei Vorgängerorganisationen und das Repertoire der zahlreichen Instrumente der TZ unter einem Dach.

Die DEval-Evaluierung zur Integration der TZ-Instrumente im Rahmen der TZ-Fusion 2011 sollte die Wirksamkeit des kombinierten TZ-Instrumenteneinsatzes „aus einer Hand“ ermitteln und bewerten. Der zentrale Gegenstand dieser Evaluierung war der kombinierte Einsatz von TZ-Instrumenten vor und nach der Vorfeldreform von 2011 und die daraus folgenden Veränderungen auf verschiedenen Ebenen.

Methoden

Die Evaluierung dauerte von Mitte 2014 bis September 2016 und von war in drei Phasen konzipiert: In der Inception-Phase wurden zunächst selektiv Dokumente analysiert und ca. 20 Experteninterviews im Inland geführt, vor allem im BMZ und in der GIZ. Daraus wurden erste vorläufige Hypothesen und Fragestellungen abgeleitet, auf deren Grundlage sodann Interviewleitfäden konstruiert wurden.

Noch als Bestandteil der Inception-Phase wurden daraufhin in explorativen Fallstudien in drei Partnerländern der deutschen EZ ca. 60 semistrukturierte Interviews mit WZ-Referentinnen und -Referenten (WZ-R), Auftragsverantwortlichen (AV) und Auslandsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern (AMA) der GIZ, EH, IF, nationalen Fachkräften, Partnervertretern sowie anderen Gebern durchgeführt, um die weitere Strukturierung der Evaluierung, der Fragestellungen und der Untersuchungsmethoden zu ermöglichen.

Auf Grundlage der ersten im Feld gewonnenen Erkenntnisse wurden die rekonstruierte Wirkungslogik und die entsprechenden Hypothesen weiterentwickelt und daraus resultierende Evaluierungsfragen für die Erhebungsphase abgeleitet. Für jede Evaluierungsfrage wurden spezifischere Unterfragen, Bewertungskriterien und Indikatoren bzw. Deskriptoren abgeleitet und in einer Evaluierungsmatrix abgetragen, um das Untersuchungsdesign bzw. den Erhebungsplan zu definieren. Daraufhin wurden die entsprechenden Erhebungsinstrumente entwickelt.

Das Untersuchungsdesign für die Erhebungsphase basierte auf einer Kombination unterschiedlicher Erhebungsmethoden („Emergent Mixed-Methods-Design“). Zudem wurden die Daten systematisch trianguliert. Hierfür wurden Sekundärdaten aus Programmdokumenten und Statistiken mit eigenen Primärdaten aus drei Online-Befragungen von ca. 1.500 Fachkräften der deutschen EZ (Befragung aller aktiven AV, EH und IF), Fallstudieninterviews mit über 250 Fachkräften in acht Partnerländern sowie insgesamt ca. 35 Experteninterviews und Hintergrundgesprächen vorwiegend mit Mitarbeitenden des BMZ und der GIZ in Deutschland miteinander abgeglichen.

Team

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Dr. Jan Tobias Polak

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Dr. Stefan Leiderer

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