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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Methoden & Standards

Entwicklungszusammenarbeit findet in komplexen Kontexten statt. Gegenstandsangemessene Evaluierungen müssen diese methodische Herausforderung berücksichtigen. Daher arbeiten wir an der Weiterentwicklung von einschlägigen Methoden und Standards.

Methoden

Hohes wissenschaftliches Niveau bei der Entwicklung der Evaluierungsdesigns und der Methodenauswahl und Methodenanwendung im Rahmen der Evaluierungen und die Entwicklung innovativer Methoden sind Ziele, die der Arbeit des Instituts zu Grunde liegen.

Entsprechend der Fragestellungen und im Sinne der Methoden-Triangulation werden verschiedene Datenerhebungsmethoden genutzt. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass die methodischen Schwächen eines Instruments durch die Stärken anderer Instrumente ausgeglichen werden. Die ausgewählten Erhebungsverfahren ergänzen sich und erlauben ein breites Informationsbild. Durch die Verwendung mehrerer Datenerhebungsverfahren und die Interpretation/Auswertung nach dem Konsensualprinzip werden die Befunde mehrfach abgesichert (Daten- und Forscher-Triangulation). Gleichzeitig werden die Datenerhebungsverfahren so gewählt, dass die Validität gewährleistet ist und die Belastungen der Beteiligten und Betroffenen in einem angemessenen Verhältnis zum erwarteten Nutzen der Evaluierung stehen.

Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit von Entwicklungsmaßnahmen sollen somit adäquat erfasst werden, um aus den gewonnenen Ergebnissen systematisch fundierte und nachvollziehbare Bewertungen und Empfehlungen abzuleiten.

OECD DAC

Richtungsgebend für die Arbeit des Instituts sind internationale Qualitätsstandards der Entwicklungsevaluierung, wie die Grundsätze der Evaluierungen des Entwicklungshilfeausschusses der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD DAC). Diese beziehen sich auf folgende Aspekte im Rahmen von Entwicklungsevaluierungen: Freier und offener Evaluierungsprozess, Evaluierungsethik, partnerschaftlicher Ansatz, Koordinierung und Partnerausrichtung, Kapazitätsentwicklung, Qualitätskontrolle.

Die Qualitätsstandards für die Entwicklungsevaluierung des DAC tragen diesem sich verändernden Rahmen Rechnung und liefern einen Leitfaden für gute Praxis im Bereich der Entwicklungsevaluierung, an dem sich auch das Institut orientiert.

Je nach Gegenstand und Ziel der Evaluierungen werden soweit als möglich als zentrale Prüfkriterien die DAC-Kriterien - Relevanz, Effektivität, Effizienz, entwicklungspolitische Wirkungen und Nachhaltigkeit - bei der Durchführung der Evaluierungen herangezogen.

DeGEval-Standards

Auch die "Standards der Evaluation“ (DeGEval-Standards) bilden eine Grundlage der Evaluierungen des Instituts. Sie sollen entsprechend den dort formulierten Maßstäben – Nützlichkeit, Durchführbarkeit, Fairness, Genauigkeit – durchgeführt werden. Die Standards sollen als Dialoginstrument und fachlicher Bezugspunkt für einen Austausch über die Qualität von professionellen Evaluationen dienen.

Außerdem sollen sie Orientierung bei Planung und Durchführung von Evaluationen geben, Anknüpfungspunkte bieten für die Aus- und Weiterbildung in Evaluation sowie für die Überprüfung von Evaluationen selbst (Meta-Evaluation) und Transparenz über Evaluation als professionelle Praxis gegenüber einer breiteren Öffentlichkeit schaffen. Das Institut sieht sich diesen Zielen verpflichtet.

DEval-Standards

Mit seinen Evaluierungen entwickelt das DEval grundlegende Standards weiter. Hierzu dient auch ein Rahmenformat für komplexe Evaluierungen von strategischer Relevanz, das sich an hohen, international gängigen Qualitätsvorgaben orientiert. Ein Beispiel hierfür ist die Prozessbeschreibung zu Evaluierungen des DEval für Referenzgruppen. Das Ablaufschema verdeutlicht idealtypisch die Rolle und die Funktion von Referenzgruppen in Evaluierungen des DEval.