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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Budgethilfe: Evaluierungssynthese und Exit-Evaluierung

Budgethilfe galt lange als bevorzugtes Instrument zur Umsetzung der im Jahr 2005 formulierten Prinzipien der Pariser Erklärung zur Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Eine Reihe von Mehrgeberevaluierungen kommt zu dem Ergebnis, dass Budgethilfe zu einer verstärkten Bereitstellung finanzieller Mittel für die Armutsbekämpfung und zu verbesserten Entwicklungsergebnissen in den Partnerländern beigetragen hat. Dennoch ist Budgethilfe in den letzten Jahren vermehrt in die Kritik geraten. Insbesondere bilaterale Geber haben ihren Einsatz teilweise oder vollständig beendet, während die EU-Kommission den Schwerpunkt von allgemeiner auf die Sektorbudgethilfe verschoben hat.

Vor dem Hintergrund einer andauernden internationalen Debatte zum Instrument Budgethilfe und dem Trend zur Entwicklung neuer Finanzierungsinstrumente erstellt DEval eine systematische Evaluierungssynthese von Budgethilfeergebnissen und förderlichen Kontextbedingungen. In der darauf aufbauenden Exit-Evaluierung wird untersucht, ob positive Effekte der Budgethilfe erhalten bleiben, wenn einzelne Geber oder die ganze Gebergruppe das Instrument in einem Land beendet.

Ziele

Als übergeordnetes Ziel will die Evaluierung zum Lernen aus Erfahrungen mit dem Einsatz von Budgethilfe und aus Evaluierungsergebnissen zu diesem EZ-Instrument beitragen. Konkret werden folgende Ziele verfolgt:

• Beitrag zur Versachlichung der Diskussion über die Wirksamkeit von Budgethilfe.

• Auswertung von Erfahrungen mit Budgethilfe als Informationsgrundlage für die Planung zukünftiger Budgethilfe-Programme und für die Entwicklung und Umsetzung neuer Finanzierungsinstrumente.

• Beitrag zum Verständnis der Folgen des Ausstiegs aus Budgethilfe auf Länderebene.

• Identifikation von „Good Practice“, wie die Nachhaltigkeit von Wirkungen der Budgethilfe abgesichert werden kann, sowie von Ansätzen zur Begrenzung möglicher negativer Effekte des Ausstiegs aus Budgethilfe.

Methodische Vorgehensweise und Evaluierungsprozess

Die Evaluierung umfasst eine Evaluierungssynthese sowie eine Exit-Evaluierung. Im Rahmen der Evaluierungssynthese werden systematisch Budgethilfeeffekte in ungefähr 90 relevanten Dokumenten (Budgethilfe-Evaluierungen, wissenschaftliche und graue Literatur) erfasst. Darauf aufbauend untersucht die Exit-Evaluierung, inwieweit gesicherte Wirkungen von Budgethilfe nach dem Ausstieg der Geber weiterbestehen bzw. erhalten werden können. Dabei sollen Ansätze identifiziert werden, wie positive Effekte der Budgethilfe abgesichert sowie negative Folgen aufgefangen werden können. Im Rahmen eines theoriebasierten Fallstudiendesigns geht das Evaluierungsteam anhand von vier Länderstudien (Sambia, Uganda, Ruanda und Malawi) Veränderungen im Portfolio und der Umsetzung von Entwicklungsprogrammen sowie in der Beziehung zwischen Gebern und Partnern nach.

Die Ergebnisse dieser Evaluierung richten sich an politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Deutschland, weitere bilaterale Geber und multilaterale Institutionen, sowie an Durchführungsorganisationen, die Finanzierungsinstrumente planen und Entwicklungsprogramme in Partnerländern umsetzen. Auch für Stakeholder in Partnerländern, die einen Ausstieg der Geber aus der Budgethilfe und mögliche Konsequenzen proaktiv gestalten müssen, können die Erkenntnisse interessant sein.

Die Evaluierungssynthese wird im Juli 2017 publiziert. Der Bericht zur Exit-Evaluierung ist für das vierte Quartal 2017 geplant.

 

Stand: Juni 2017