Von Ernährungssicherung bis Zivilgesellschaft: DEval nimmt neue Themen der Entwicklungszusammenarbeit in den Fokus
Das neue Evaluierungsprogramm des DEval steht fest. Das Institut beginnt 2026 sieben Evaluierungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Das Evaluierungsprogramm ist der mittelfristige strategische Rahmen für die Kerntätigkeit des DEval und hält die Inhalte der einzelnen Evaluierungen fest. Das Programm für 2026 bis 2028 gliedert sich in drei Teile: noch laufende Evaluierungen aus den vorausgegangenen Evaluierungsprogrammen, im Jahr 2026 beginnende Evaluierungen sowie potenzielle Evaluierungsthemen ab 2027.
Die 2026 beginnenden Evaluierungen des DEval befassen sich mit der staatlichen und der nicht-staatlichen deutschen Entwicklungszusammenarbeit:
Länderportfolioevaluierung Nigeria
- Das DEval nimmt eine Länderportfolioevaluierung zu Nigeria in das neue Evaluierungsprogramm auf. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas und noch vor Südafrika die größte Volkswirtschaft des Kontinents. Gleichzeitig ist das deutsche Engagement für Nigeria das größte in Westafrika.
Länderportfolioevaluierung Serbien
- Bislang hat das DEval Partnerländer mit Zielausrichtung auf EU-Annäherungs- und Beitrittsprozesse nur vereinzelt evaluiert. Daher sieht das Institut im Rahmen der Evaluierung auch Lernpotenziale für die Zusammenarbeit mit anderen Ländern in der Region Südost-, Osteuropa und Südkaukasus.
Evaluierung des Multilateralen Engagements im Bereich „Ernährungssicherung“
- In der zweiten Evaluierung zum multilateralen Engagement des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beschäftigt sich das DEval insbesondere mit den Kriterien Effektivität, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit. Die Evaluierung nimmt dabei den Bereich „Ernährungssicherung“ in den Fokus.
Meinungsmonitor Entwicklungspolitik 2028
- Der DEval-Meinungsmonitor Entwicklungspolitik untersucht ungefähr alle zwei Jahre die Einstellungen, den Wissensstand und das Engagement der Bürger*innen. Damit bietet er zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren Empirie und Wissen für ihre entwicklungspolitische Strategie-, Bildungs- und Kommunikationsarbeit.
Die Effektivität von resilienzbildenden Maßnahmen in Konfliktregionen
- Um Krisen wie gewaltsamen Konflikten, Naturkatastrophen oder Epidemien zu bewältigen und das Risiko neuer Krisen zu reduzieren, muss die Resilienz von Menschen und Institutionen in betroffenen Ländern und Regionen gestärkt werden. Das DEval untersucht in diesem Kontext die Effektivität der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Zivilgesellschaftliche Entwicklungszusammenarbeit (evaluative Studie und anschließende Evaluierung)
- Zivilgesellschaftliche Organisationen sind wichtige Akteure der Entwicklungszusammenarbeit, doch Autokratisierungstendenzen in Partnerländer schränken ihre Handlungsräume ein. Das DEval untersucht Instrumente zur Stärkung von Zivilgesellschaft – insbesondere in Ländern mit eingeschränkten Handlungsräumen für zivilgesellschaftliche Aktivitäten.
Wirkungsorientierung bei der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
- Die DEval-Evaluierung untersucht, ob und inwiefern die Innovationen der letzten Jahre das wirkungsorientierte Steuern im Bereich „Zusammenarbeit mit der Wirtschaft” verbessert haben. Zudem untersucht das Institut, wie das Entwicklungsministerium das Wirkungspotenzial dieses Ansatzes noch besser auszuschöpfen kann.
Die noch laufenden Evaluierungen aus den vorausgegangenen Evaluierungsprogrammen sowie die potenziellen Evaluierungsthemen ab 2027 finden Sie hier.
Was sind die aktuellen Themenschwerpunkte?
Um die Wirksamkeit und Synergien der Evaluierungen zu stärken, definiert das DEval seit 2015 mehrjährige Themenschwerpunkte in seinem Evaluierungsprogramm. Ein Großteil der DEval-Evaluierungen knüpft an sie an oder weist starke Bezüge zu ihnen auf. Die aktuellen Themenschwerpunkte sind:
- Fragile Staatlichkeit, Konfliktprävention und gute Regierungsführung
- Klimawandel, Umwelt & nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
- Menschenrechte, Gleichberechtigung der Geschlechter & Armutsbekämpfung
- Instrumente und Strukturen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Wie kommen die Evaluierungsthemen in das Programm?
Um die Relevanz, Legitimität und Prozesssicherheit der DEval-Evaluierungen zu erhöhen, führt das Institut einen strukturierten Konsultationsprozess über die Inhalte des Programms durch. Er findet jährlich statt und behandelt die Evaluierungen der nächsten drei Jahre. In den Prozess fließen Vorschläge aus dem Bundesentwicklungsministerium und aus dem DEval-Beirat. Der Beirat umfasst Mitglieder des deutschen Bundestags sowie Vertreter*innen aus Wissenschaft und Forschung, Zivilgesellschaft und der staatlichen Durchführungsorganisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Alle Mitglieder des Beirats können Themenvorschläge einreichen. Das DEval ergänzt die Vorschläge des Ministeriums und des Beirats durch eigene Evaluierungsideen.
Anschließend beurteilt das DEval die gesammelten Vorschläge anhand gängiger Evaluierungskriterien und prüft die Kohärenz der Vorschläge mit den gewählten Themenschwerpunkten. Zudem bewertet es die grundsätzliche Durchführbarkeit bzw. Evaluierbarkeit eines Vorschlags. Der Prozess endet mit einem Programmvorschlag des DEval, der dem Beirat des Instituts zur Kenntnis und der Gesellschafterin zur Zustimmung übermittelt wird.
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