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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Projekt

Förderung von Evaluierungskapazitäten in ausgewählten Ländern Lateinamerikas - FOCEVAL (abgeschlossen)

FOCEVAL (Fomento de Capacidades en Evaluación) war ein Projekt zur Förderung von Evaluierungskapazitäten (Evaluation Capacity Development – ECD) in Costa Rica und weiteren ausgewählten Ländern Lateinamerikas. Das DEval führte das Projekt im Auftrag des BMZ durch, der politische Partner war das Planungsministerium von Costa Rica (MIDEPLAN). Das Projekt wurde Ende 2018 abgeschlossen. Für die Gestaltung und Umsetzung des 2019 begonnenen Projektes FOCELAC baut das DEval auf Produkte und Kontakte des Projekts FOCEVAL auf.

Ergebnisse

Durch die Umsetzung einer Exit-Strategie konnte die Nachhaltigkeit der Projektwirkungen gesichert werden. Ein Schlüsselelement hierfür war der Aufbau einer Multi-Akteurs-Plattform, die nach Projektabschluss vom Planungsministerium MIDEPLAN in Costa Rica gesteuert wird und eine zentrale Funktion in der nationalen Evaluierungspolitik einnimmt. Diese nationale Evaluierungspolitik wurde von diversen Akteuren erarbeitet und stellt die Institutionalisierung von Evaluierung im Land sicher. FOCEVAL hat außerdem zu einer Stärkung individueller Kapazitäten beigetragen, insbesondere in der Evaluierungseinheit von MIDEPLAN, aber auch in anderen Institutionen, im Parlament, an Universitäten, in Evaluierungsnetzwerken und in der Zivilgesellschaft.

Hintergrund

Übergeordnetes Ziel von ECD-Maßnahmen ist es, die Nutzung von Evaluierungen bei der politischen Entscheidungsfindung zu stärken. Insbesondere in Costa Rica existieren hierzu schon förderliche Rahmenbedingungen: Seitens der Regierung wurde starkes Interesse für die Stärkung von Evaluierungskapazitäten geäußert und fachliche Expertise wird beispielsweise bereits durch universitäre Aus- und Fortbildungsprogramme gefördert. Mit der Etablierung einer nationalen Evaluierungsagenda (ANE) hat die Regierung Costa Ricas eine politische Verankerung der Evaluierung vorgenommen. Diese Grundlagen in Costa Rica galt es im Rahmen von FOCEVAL weiter auszubauen. Zudem wurde die Vernetzung zentraler Akteure anderer Länder Lateinamerikas und der Karibik gestärkt, um somit weitere Fortschritte im Bereich der Evaluierung in der Region zu fördern.

Die erste Phase dieses Vorhabens wurde von Juli 2011 bis Juni 2014 von der GIZ durchgeführt, von Juli 2014 bis Dezember 2016 hat das DEval die Durchführungsverantwortung für die zweite Phase von FOCEVAL auf deutscher Seite übernommen. Inhaltlich knüpfte diese zweite Phase an die erste an, setzte aber neue Schwerpunkte. In der dritten Phase, von Januar 2017 bis Ende 2018 wurden die bisherigen Erfolge des Projektes gefestigt und weiterverbreitet.

Ziele des Projektes

Das Projekt verfolgte das übergeordnete Ziel, die Rolle der Evaluierung bei der politischen Entscheidungsfindung und der Steuerung von Politikmaßnahmen in Costa Rica und in weiteren ausgewählten Ländern Lateinamerikas zu stärken. Dazu wurde in den folgenden strategischen Handlungsfeldern gearbeitet.

a) Konsolidierung in Costa Rica: Die in Costa Rica bestehenden Grundlagen wurden durch konkrete Aktivitäten gestärkt und ausgebaut. Unter anderem werden bereits geschaffenen Aus- und Weiterbildungsstrukturen konsolidiert sowie die Sensibilisierung von Entscheidungsträgern in Regierung, Parlament und Gesellschaft vorangetrieben. Die Praxiserfahrung von jungen und aufstrebenden EvaluatorInnen wurden gezielt gefördert, ebenso die Partizipation der Zivilgesellschaft an Evaluierungen. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurden die Fortschritte bei der Institutionalisierung so gefestigt, dass sie auch nach einem möglichen Regierungswechsel bestand haben.

b) Verbreitung in Lateinamerika: Um die Regionalisierungseffekte des Projekts zu stärken, wurden ausgewählte Lern- und Beratungsprodukte sowie die erarbeiteten Evaluierungsstandards für die Region gemeinsam mit internationalen Netzwerken und Partnern disseminiert. Erprobte Maßnahmen wurden nach Bedarf an den Kontext angepasst und in anderen Ländern der Region verankert. Außerdem bot das Projekt über konkrete Aktivitäten und insbesondere über die regionale Plattform ein Forum für den Erfahrungsaustausch unter Vertretern der Länder der Region.

Darüber hinaus wurden die Projekterfahrungen aufgearbeitet zur

c) Formulierung einer ECD-Strategie: Lernerfahrungen aus der gesamten Projektlaufzeit wurden aufgearbeitet. Die hieraus gezogenen Schlussfolgerungen lieferten wichtige Inputs für eine übergeordnete ECD-Strategie der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Verlauf des Projektes

Ende 2016 wurden die grundlegenden Arbeitspakete in Zusammenarbeit mit dem Projektpartner MIDEPLAN erarbeitet. Auch weitere zentrale Akteure wurden in diese Planungsphase eingebunden. Seit Januar 2017 wurden die ersten Aktivitäten implementiert.

Im Februar 2017 fand die erste Zusammenkunft der „Plataforma Nacional“ in Costa Rica statt, die einen Austausch zwischen relevanten Akteuren aus Regierung, Zivilgesellschaft und Forschung bzw. Lehre aus Costa Rica ermöglichte sowie Raum für die Bildung von interinstitutionelle Arbeitsgruppen für die Implementierung der Arbeitspakete bot.

Zu den Arbeitspaketen, die in den darauffolgenden zwei Jahren implementiert wurden, gehörten unter anderem:

- die Mitwirkung bei der Entwicklung einer Nationalen Evaluierungspolitik in Costa Rica

- die Unterstützung von Evaluierungssystemen in anderen lateinamerikanischen Ländern

- die Förderung von jungen und aufstrebenden Evaluatoren

- die Verbreitung der Evaluierungsstandards für Lateinamerika und die Karibik

- die Stärkung der Nutzung von Evaluierungen in Parlamenten

- die Förderung der Partizipation der Zivilgesellschaft und

- der Ausbau von Fortbildungsprogrammen für Evaluatoren und Manager von Evaluierungen

Team

Evaluationsteam: Andrea Meneses, Juan Carlos Sanz, Helena Stadtmüller, Carolina Zúñiga und Sarah Desiree Klier

Projektadministration: Ana Isabel Bruda und Maria Carolina Sandoval

Bildergalerie

Projektleiterin Dr. Stefanie Krapp während eines Vortrags vor dem Präsidentiellen Wirtschaftsrat der costa-ricanischen Regierung im November
Dr. Stefanie Krapp (3.v.l.) und Juan Carlos Sanz (2.v.l) vom DEval mit Helio Fallas (Vize-Präsident von Costa Rica, Mitte) und weiteren Regierungsvertretern
Workshop während der Partizipativen Evaluierung in Valle de Estrella, Limón, Costa Rica.
Workshop während der Partizipativen Evaluierung in Valle de Estrella, Limón, Costa Rica.