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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Projekt

Förderung von Evaluierungskapazitäten in ausgewählten Ländern Lateinamerikas - FOCEVAL

FOCEVAL (Fomento de Capacidades en Evaluación) ist ein Projekt zur Förderung von Evaluierungskapazitäten (Evaluation Capacity Development – ECD) in Costa Rica und weiteren ausgewählten Ländern Lateinamerikas. Das DEval führt das Projekt im Auftrag des BMZ durch, der politische Partner ist das Planungsministerium von Costa Rica (MIDEPLAN).

Übergeordnetes Ziel von ECD-Maßnahmen ist es, die Nutzung von Evaluierungen bei der politischen Entscheidungsfindung zu stärken. Insbesondere in Costa Rica existieren hierzu schon förderliche Rahmenbedingungen: Seitens der Regierung wurde starkes Interesse für die Stärkung von Evaluierungskapazitäten geäußert und fachliche Expertise wird beispielsweise bereits durch universitäre Aus- und Fortbildungsprogramme gefördert. Mit der Etablierung einer nationalen Evaluierungsagenda (ANE) hat die Regierung Costa Ricas eine politische Verankerung der Evaluierung vorgenommen. Diese Grundlagen in Costa Rica gilt es im Rahmen von FOCEVAL weiter auszubauen. Zudem wird die Vernetzung zentraler Akteure anderer Länder Lateinamerikas und der Karibik gestärkt, um somit weitere Fortschritte im Bereich der Evaluierung in der Region zu fördern.

Die erste Phase dieses Vorhabens wurde von Juli 2011 bis Juni 2014 von der GIZ durchgeführt, von Juli 2014 bis Dezember 2016 hat das DEval die Durchführungsverantwortung für die zweite Phase von FOCEVAL auf deutscher Seite übernommen. Inhaltlich knüpfte diese zweite Phase an die erste an, setzte aber neue Schwerpunkte. Im Januar 2017 begann die dritte Phase des Projektes, in der die bisherigen Erfolge des Projektes gefestigt und weiter verbreitet werden sollen.

Ziele des Projektes

Bis 2018 soll die Rolle der Evaluierung bei der politischen Entscheidungsfindung und der Steuerung von Politikmaßnahmen in Costa Rica und in weiteren ausgewählten Ländern Lateinamerikas weiter gestärkt sein. Dazu wird in den folgenden strategischen Handlungsfeldern gearbeitet.

a) Konsolidierung in Costa Rica: Die in Costa Rica bestehenden Grundlagen werden durch konkrete Aktivitäten gestärkt und ausgebaut. Unter anderem werden bereits geschaffenen Aus- und Weiterbildungsstrukturen konsolidiert sowie die Sensibilisierung von Entscheidungsträgern in Regierung, Parlament und Gesellschaft vorangetrieben. Die Praxiserfahrung von jungen und aufstrebenden EvaluatorInnen soll gezielt gefördert werden, ebenso die Partizipation der Zivilgesellschaft an Evaluationen. Im Sinne der Nachhaltigkeit werden die Fortschritte bei der Institutionalisierung so gefestigt, dass sie auch nach einem möglichen Regierungswechsel bestand haben.

b) Verbreitung in Lateinamerika: Um die Regionalisierungseffekte des Projekts zu stärken,  werden ausgewählte Lern- und Beratungsprodukte sowie die erarbeiteten Evaluierungsstandards für die Region gemeinsam mit internationalen Netzwerken und Partnern disseminiert. Erprobte Maßnahmen werden nach Bedarf an den Kontext angepasst und in anderen Ländern der Region verankert. Außerdem bietet das Projekt über konkrete Aktivitäten und insbesondere über die regionale Plattform ein Forum für den Erfahrungsaustausch unter Vertretern der Länder der Region.

Darüber hinaus sollen die Projekterfahrungen aufgearbeitet werden zur

c) Formulierung einer ECD-Strategie: Lernerfahrungen aus der gesamten Projektlaufzeit werden aufgearbeitet. Die hieraus gezogenen Schlussfolgerungen sollen wichtige Inputs für eine übergeordnete ECD-Strategie der deutschen Entwicklungszusammenarbeit liefern.

Stand und geplanter Verlauf des Projektes

Ende 2016 wurden die grundlegenden Arbeitspakete in Zusammenarbeit mit dem Projektpartner MIDEPLAN erarbeitet. Auch weitere zentrale Akteure wurden in diese Planungsphase eingebunden. Seit Januar 2017 werden die ersten Aktivitäten implementiert.

Im Februar 2017 fand die erste Zusammenkunft der „Plataforma Nacional“ in Costa Rica statt, die einen Austausch zwischen relevanten Akteuren aus Regierung, Zivilgesellschaft und Forschung bzw. Lehre aus Costa Rica ermöglicht sowie Raum für die Bildung von interinstitutionelle Arbeitsgruppen für die Implementierung der Arbeitspakete bietet.

Zu den Arbeitspaketen, die in den folgenden zwei Jahren implementiert werden, gehören unter anderem:

- die Mitwirkung bei der Entwicklung einer Nationalen Evaluierungspolitik in Costa Rica

- die Unterstützung von Evaluierungssystemen in anderen lateinamerikanischen Ländern

- die Förderung von jungen und aufstrebenden Evaluatoren

- die Verbreitung der Evaluierungsstandards für Lateinamerika und die Karibik

- die Stärkung der Nutzung von Evaluierungen in Parlamenten

- die Förderung der Partizipation der Zivilgesellschaft und

- der Ausbau von Fortbildungsprogrammen für Evaluatoren und Manager von Evaluierungen

Team

Projektleitung: Dr. Stefanie Krapp

Fachliche Leitung: Erwin Geuder-Jilg

Evaluationsteam: Andrea Meneses, Juan Carlos Sanz, Helena Stadtmüller, Carolina Zúñiga und Sarah Desiree Klier

Projektadministration: Ana Isabel Bruda und Maria Carolina Sandoval

Bildergalerie

Projektleiterin Dr. Stefanie Krapp während eines Vortrags vor dem Präsidentiellen Wirtschaftsrat der costa-ricanischen Regierung im November
Dr. Stefanie Krapp (3.v.l.) und Juan Carlos Sanz (2.v.l) vom DEval mit Helio Fallas (Vize-Präsident von Costa Rica, Mitte) und weiteren Regierungsvertretern
Workshop während der Partizipativen Evaluierung in Valle de Estrella, Limón, Costa Rica.
Workshop während der Partizipativen Evaluierung in Valle de Estrella, Limón, Costa Rica.