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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit
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Kurzmeldung

22.11.2017 - Vortrag Caroline Heider: "Die DAC-Evaluierungskriterien im Zeitalter der Agenda 2030"

Caroline Heider, Leiterin der unabhängigen Evaluierungsgruppe der Weltbank, stellte am 11. November 2017 in einem Vortrag ihre Überlegungen zum Thema „die DAC-Evaluierungskriterien im Zeitalter der Agenda 2030“ vor und diskutierte diese anschließend mit Vertreterinnen und Vertretern der Bonner Evaluierungsgemeinschaft. Dabei ging es um die auch international gegenwärtig besprochene Frage, inwiefern die seit Beginn der 1990er Jahre international anerkannten fünf Evaluierungskriterien des Development Assistance Committee (DAC) der OECD an heutige Bedingungen angepasst werden sollen, und wie eine solche Anpassung aussehen kann.

Aufgrund ihrer internationalen Verbreitung sind die fünf DAC-Kriterien – Relevanz, Effektivität, Effizienz, Impact, Nachhaltigkeit – nicht nur für die Evaluierung von hoher Bedeutung, sondern auch schon bei der Konzeption und Implementierung von Entwicklungsprojekten und -programmen handlungsleitend. Caroline Heider sprach sich deshalb in ihrem Vortrag dafür aus, nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten, sondern die positiven Aspekte der Kriterien anzuerkennen – bei gleichzeitiger Überlegung, wie diese verbessert und weiterentwickelt werden können.

Im Publikum herrschte relativ breite Einigkeit über den Wert der DAC-Kriterien als Rahmen für Evaluierungen. Insbesondere wurde hervorgehoben, dass die Evaluierungskriterien durch ihre internationale Verbreitung und damit verbundene Vergleichbarkeit der Ergebnisse ein wertvolles multilaterales Kollektivgut darstellen. Um diese Vergleichbarkeit nicht zu verlieren, wurde einerseits für eine stärkere Vereinheitlichung der Prüffragen zu den einzelnen Kriterien plädiert. Demgegenüber wurde aber andererseits auch diskutiert, inwiefern man Kriterien offener gestalten müsse, um sie auf den spezifischen Kontext konkreter Entwicklungsvorhaben anwenden zu können.

Kritik kam in der Diskussion an der Entstehung der Kriterien als „donor-driven“, also von den Geberländern konzipiertes Werkzeug, das in den Ländern des globalen Südens nicht immer anerkannt wird. Um die Kriterien als tatsächlich globales Kollektivgut weiterzuentwickeln, müsse daher sichergestellt werden, dass bei einer Anpassung der Kriterien auch Perspektiven aus dem globalen Süden repräsentiert seien.

Es ist davon auszugehen, dass diese Spannung zwischen Flexibilität und Vergleichbarkeit sowie das Bemühen um eine größere Akzeptanz der Kriterien in Ländern des globalen Südens die Debatte zum Thema auch in den nächsten Jahren weiter prägen werden.

Vortrag Caroline Heider
Vortrag von Caroline Heider

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