Seiteninhalt
Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit
Schmuckbild Pressebereich

Kurzmeldung

16.04.2019 - Interview: Stärkung der Evaluierungskapazitäten in Lateinamerika

Seit 2014 arbeitet DEval eng mit der Regierung Costa Ricas zusammen, um die Evaluierungskapazitäten des Landes zu stärken. Nachdem DEval das Land beim Aufbau eines nationalen Evaluierungssystems unterstützt hat, geht das Institut nun eine neue Zusammenarbeit mit dem costa-ricanischen Planungsministerium ein, diesmal mit dem Ziel, die Rolle der Evaluierung in der Politikgestaltung in ganz Lateinamerika zu stärken. Wir sprachen mit Florita Azofeifa (Leiterin der Abteilung für Monitoring und Evaluierung) und Eddy Garcia (Leiter der Evaluierungseinheit der Abteilung für Monitoring und Evaluierung) vom Planungsministerium während ihres Besuchs in Bonn.

Was waren bisher wichtige Meilensteine in Costa Rica in der Evaluierungspolitik?

Azofeifa: Costa Rica hat eine lange Geschichte der öffentlichen Institutionalisierung der Evaluation. Das Land verfügt seit über 60 Jahren über ein etabliertes nationales Planungssystem sowie seit mehr als 20 Jahren über ein nationales Evaluierungssystem. Costa Rica hat ebenfalls Masterprogramme im Bereich der Evaluierung.

Vor 10 Jahren starteten wir ein Evaluierungsprojekt mit Deutschland, welches sich auf die Entwicklung der Evaluationskapazität konzentriert. Auf Grundlage der deutschen Erfahrungen und der langen Geschichte der Institutionalisierung von Evaluation in Costa Rica selbst stellte Costa Rica einen guten Ort für uns dar, um ein gemeinsames Projekt zu starten.

Welche waren die wichtigsten Ergebnisse des FOCEVAL-Projekts für Costa Rica?

Azofeifa: Die Stärkung der Kapazitäten des Planungsministeriums und des nationalen Evaluierungssystems. Dies wurde durch verschiedene Lernprozesse erreicht, unter anderem durch den Aufbau einer nationalen Evaluierungsplattform. Die heute umgesetzten Richtlinien stellen das Ergebnis dieses Prozesses dar.

Garcia: Die Stärke von FOCEVAL liegt in der Integration verschiedener Akteure in den politischen Prozess, von öffentlichen Institutionen, Parlament und Wissenschaft bis hin zur Zivilgesellschaft. Die Interaktionen schaffen eine Offenheit für Evaluierungen sowie ein größeres Bewusstsein für die Möglichkeiten der Evaluierungen als Werkzeug. Dies hat die Legitimität des Planungsministeriums im Land und in der Region erhöht und die Arbeit des Ministeriums gilt heute als Qualitätsmerkmal.

Inwiefern unterscheidet sich das neue Projekt FOCELAC von der bisherigen Zusammenarbeit und was werden Ihre nächsten Schritte sein?

Die Delegation aus Costa Rica mit DEval's ECD-Team in Bonn

Garcia: Wir sind sehr stolz darauf weiterhin Hand in Hand mit einem so renommierten Institut wie DEval zu arbeiten. Das neue Projekt wird sich von unserer bisherigen Zusammenarbeit dadurch unterscheiden, dass die Evaluierungskapazitäten in Costa Rica bereits gestärkt sind und das Land als Referenzland für Evaluierungsstrategien in der Region wahrgenommen wird.

Azofeifa: Das vorherige Projekt FOCEVAL stärkte die Evaluierungskapazitäten in Costa Rica. Dieses neue Projekt wird nicht nur Costa Rica, sondern der gesamten Region zugutekommen. Wir sind keine Empfänger mehr, sondern befinden uns in der Position, in der wir geben und teilen und über die Grenzen unseres eigenen Landes hinausblicken können. Mit FOCELAC werden wir auf die Ziele der nachhaltigen Entwicklung der Agenda 2030 hinarbeiten. Die erste Aufgabe besteht darin zu klären, wie Evaluierung an diese Agenda angepasst werden kann. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Deutschland, mit einer gemeinsamen Vision für den Aufbau von Evaluierungskapazitäten in anderen Teilen Lateinamerikas.

Evaluation Capacity Development (ECD) im DEval

Zurück