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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit
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Kurzmeldung

23.05.2019 - Fachgespräch zur Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft

Foto: Christian Schneider

Das DEval hat am 13. Mai in Berlin an einem parlamentarischen Fachgespräch der Bundestagsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE zum Thema „Business Case Entwicklung – Die Kooperation mit Privatunternehmen in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auf dem Prüfstand“ teilgenommen. Im ersten Teil stellten Kirsten Vorwerk, Christoph Hartmann und Marcus Kaplan den etwa 90 Teilnehmenden die Ergebnisse der Evaluierungen des develoPPP.de-Programms und zur „Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft im Agrarsektor in der deutschen Zusammenarbeit“ vor.

Die Evaluierungen zeigen, dass die Zusammenarbeit mit Unternehmen dazu beitragen kann, Kapital und Innovationen für die EZ zu mobilisieren und gemeinsame Lösungen für entwicklungspolitische Probleme zu entwickeln. Die bestehenden Potenziale werden allerdings nicht ausgeschöpft, zudem bestehe oft keine hinreichende Auseinandersetzung über Spannungsfelder und Grenzen der Zusammenarbeit. Um Potentiale besser ausschöpfen zu können, bedarf es klarerer Ziele und Strategien für die Zusammenarbeit und einer verbesserten konzeptionellen Ausgestaltung, welche die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Zielsetzungen der Kooperationspartner stärker berücksichtigt. Zudem sollten Monitoring- und Evaluierungssysteme verbessert werden, um höhere Transparenz herzustellen und die Glaubwürdigkeit solcher Kooperationen zu stärken. Schließlich verwies das DEval auf Schwächen in den menschenrechtlichen Prüfmechanismen in der Kooperation zwischen der Technischen Zusammenarbeit und Privatwirtschaft im Agrarsektor, die nicht ausreiche, etwaige menschenrechtliche Risiken und Verletzungen zu entdecken. Im zweiten Teil diskutierte ein Panel, bestehend aus Lucia de Carlo (BMZ), Axel Klaphake (GIZ), Marita Wiggerthale (Oxfam Deutschland), Uwe Kekeritz (MdB Grüne) sowie Jörg Faust (DEval), die Ergebnisse der Evaluierungen und die Implikationen, die sich daraus für die deutsche EZ ergeben.

In der Diskussion wurde besonders von vielen der anwesenden Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft angezweifelt, dass die Zusammenarbeit mit Unternehmen in der derzeitigen Form geeignet ist, im Sinne der Agenda 2030 zu besseren Lebensumständen auch bei den Ärmsten beizutragen. In diesem Zusammenhang wurde auf die „Neue Welle“ großvolumiger Finanzierungen von Unternehmensaktivitäten durch die deutsche EZ, z.B. über strukturierte Fonds oder im Rahmen der Reformpartnerschaften (DEval führt derzeit eine Evaluierung der Förderung strukturierter Fonds in der deutschen EZ durch, eine Evaluierung der Reformpartnerschaften ist in Planung). Durch derartige Investitionsvorhaben werde ein rein auf wirtschaftliches Wachstum ausgelegtes Entwicklungsparadigma gefördert. Auch die Prüfung menschenrechtlicher Risiken durch die EZ wurde von Teilen des Publikums als unzureichend bemängelt.

Das BMZ und die GIZ erklärten, warum Sie die Zusammenarbeit mit Unternehmen für grundlegend wichtig halten und verwiesen dabei u.a. auf unzureichende wirtschaftliche Strukturen in den Partnerländern. Sie erläuterten zudem, wie sie die Empfehlungen der Evaluierungen verarbeiten, um damit die Kooperation mit Unternehmen zu verbessern. Sie verwiesen hierbei auch auf bereits laufende Prozesse, um menschenrechtliche Risiken besser zu prüfen und zu monitoren.

DEval-Evaluierungen zum Thema:

Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft im Agrarsektor

develoPPP.Programm – Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft

Strukturierte Fonds (laufende Evaluierung)

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