Armutsbekämpfung Gleichberechtigung der Geschlechter Menschenrechte und Governance Methoden und Standards Überregional Laufend

Menschenrechtsbasierte Evaluierung

Auch Evaluierungen sollen Menschenrechte achten, schützen und gewährleisten. Das Methodenprojekt zu menschenrechtsbasierter Evaluierung befasst sich daher mit zwei zentralen Fragen. Wie können wir menschenrechtliche Inhalte in Evaluierungen untersuchen? Und wie können wir den Evaluierungsprozess selbst menschenrechtsbasiert und geschlechtergerecht gestalten?

Zielsetzung

Wie die gesamte Entwicklungszusammenarbeit stehen auch Evaluierungen in der Pflicht, Menschenrechte zu achten, zu schützen und zu gewährleisten. Dies zeigt sich in zwei Dimensionen:

  1. Inhaltlich: Evaluierungen sollten in ihren Kriterien und Fragestellungen überprüfen, ob Entwicklungszusammenarbeit Maßnahmen entsprechend menschenrechtlichen Standards und Prinzipien umsetzt. Sie sollten beispielsweise fragen: „Werden die Kernarbeitsnormen in geförderten Unternehmen eingehalten?“ oder „Können auch besonders vulnerable Gruppen an der Maßnahme teilnehmen?“
  2. Prozessual: Evaluierungen sollten selbst menschenrechtliche Prinzipien umsetzen. Sie sollten beispielsweise den Evaluierungsprozess für alle betroffenen Gruppen transparent gestalten und eine Teilnahme am Evaluierungsprozess ohne Diskriminierung ermöglichen.

Das Projekt untersucht und fördert die konkrete Umsetzung menschenrechtlicher Standards und Prinzipien in Evaluierungen und entwickelt diese methodisch weiter. Dafür liefert das Projekt hilfreiche Impulse für eine menschenrechtsbasierte Situationsanalyse in Evaluierungen. Außerdem hat das Projektteam eine „Human Rights Integration Intensity Scale“ entwickelt. Evaluierungen können mit der Skala die Umsetzung menschenrechtlicher Prinzipien differenziert beschreiben.

Aktivitäten

Institutsintern erfasst das Projekt regelmäßig in einem Monitoring, inwieweit DEval-Evaluierungen Menschenrechts- und Genderaspekte umsetzen. Es berät zur menschenrechtsbasierten Ausgestaltung von Evaluierungen und sensibilisiert durch Trainings Evaluierende für das Thema.

Für die breitere Evaluierungscommunity organisiert das DEval seit 2018 gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte und anderen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren eine Werkstatt „Menschenrechtsbasierte Evaluierung“. Dabei diskutieren Evaluierende über methodische Weiterentwicklungen und konkreten Evaluierungsprojekte.

Das Projektteam berät zudem Entwicklungsakteure in relevanten Strategieprozessen. Beispielsweise begleitete es eng die Entwicklung einer Guidance der OECD zu „Applying a Human Rights and Gender Equality Lens to the OECD Evaluation Criteria“. Außerdem arbeitete das Team mit öffentlichen Stellen in Ecuador an einer nationalen Guidance zu den Themen Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit.

Auf nationalen und internationalen Evaluierungskonferenzen trägt das Projekt zur Methodendiskussion bei und bietet Weiterbildungen an. Einen niedrigschwelligen Zugang zu den Grundprinzipien menschenrechtsbasierter Evaluierung liefert ein Erklärvideo.

Kontakt

Portrait Martin Bruder
© DEval

Dr. Martin Bruder

Abteilungsleiter: Zivilgesellschaft, Menschenrechte

Telefon: +49 (0)228 336907-970

E-Mail: martin.bruder@DEval.org

Portrait von Lena Taube
© DEval

Lena Taube

Evaluatorin

Telefon: +49 (0)228 336907-966

E-Mail: lena.taube@DEval.org

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