Zivilgesellschaftliche Entwicklungszusammenarbeit
Zivilgesellschaftliche Organisationen sind wichtige Akteure der Entwicklungszusammenarbeit, sie werden mit staatlichen Mitteln unterstützt und setzen oft eigenständig Projekte in Partnerländern um. Diese zivilgesellschaftliche Entwicklungszusammenarbeit war bisher nur in Teilbereichen Gegenstand strategischer Evaluierungen. Das DEval untersucht daher ab Mitte 2026 die Instrumente des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Stärkung von Zivilgesellschaft.
Für das BMZ spielen zivilgesellschaftliche Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit eine wichtige Rolle. Das BMZ geht dabei davon aus, dass sie häufig dort arbeiten können, wo staatliche Zusammenarbeit an Grenzen stößt, dass sie gut lokal verankert sind und flexibel auf Bedürfnisse vor Ort reagieren können.
Bisher fehlen umfassende strategische Evaluierungen zur zivilgesellschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit. Das DEval schließt diese Lücke mit einer zweiteiligen Evaluierung: Ab Mitte 2026 untersucht eine evaluative Studie die Nutzung von Instrumenten zur Stärkung von Zivilgesellschaft je nach Partnerlandkontext. Anschließend nimmt eine strategische Evaluierung die zivilgesellschaftliche Entwicklungszusammenarbeit übergreifend in den Blick.
Hintergrund
Zivilgesellschaftliche Entwicklungszusammenarbeit spielt für das BMZ eine wichtige Rolle. Als eigenständiger entwicklungspolitischer Akteur soll Zivilgesellschaft beispielsweise zur Stärkung von Menschenrechten und Demokratie oder zur Umsetzung der Agenda 2030 beitragen. Sie ermöglicht laut BMZ Flexibilität, schnelle Handlungsfähigkeit und lokales Fachwissen, um gesellschaftliche Transformation zu sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit in Partnerländern zu stärken. In Partnerländern kann Zivilgesellschaft als Watchdog und Impulsgeber für Reformen sowie als Bindeglied zwischen Staat und Bevölkerung dienen (BMZ, 2024). Die der zivilgesellschaftlichen EZ zugeschriebene besondere Rolle, zeigt sich auch im aktuellen BMZ-Reformplan. Denn auch dort wird ihre Bedeutung hervorgehoben (BMZ, 2026).
Ziele
Das DEval untersucht die zivilgesellschaftliche Entwicklungszusammenarbeit des BMZ im sogenannten „Baukastenprinzip“: Auf eine evaluative Pilotstudie (Beginn Mitte 2026) baut unmittelbar eine strategische Evaluierung auf. In der Kombination decken diese Elemente sowohl kurz- als auch mittelfristig den relevanten Erkenntnisbedarf ab.
Die evaluative Studie legt einen Schwerpunkt auf Instrumente zur Stärkung von Zivilgesellschaft in ausgewählten Partnerländern und wie diese an die Situation von Zivilgesellschaft in ausgewählten Partnerlandkontexten angepasst werden. Die strategische Evaluierung baut auf diesen Befunden auf und nimmt Instrumente der zivilgesellschaftlichen EZ des BMZ länderübergreifend in den Blick.
Die Evaluierung stellt evidenzbasierte Erkenntnisse für die strategische Weiterentwicklung der zivilgesellschaftlichen EZ bereit. Sie liefert Grundlagen für die politische Ausgestaltung von Förderinstrumenten in einem herausfordernden globalen Umfeld.
Methoden
In der evaluativen Studie setzt das DEval ein Fallstudiendesign um. Es analysiert verschiedene Instrumente zur Stärkung der Zivilgesellschaft in wenigen kriterienbasiert ausgewählten Partnerländern.
Die Methoden der strategischen Evaluierung werden gemeinsam mit ihren Evaluierungsfragen nach Abschluss der evaluativen Studie festgelegt. Voraussichtlich wird dies auch eine quantitative Analyse von Verteilungsmustern von finanziellen Mitteln für zivilgesellschaftliche Entwicklungszusammenarbeit umfassen.
Kontakt
Dr. Jan Tobias Polak
Telefon: +49 (0)228 336907-967
E-Mail: tobias.polak@DEval.org
Dr. Martin Bruder
Telefon: +49 (0)228 336907-970
E-Mail: martin.bruder@DEval.org