Länderportfolioevaluierungen
Länderportfolioevaluierungen (LPEs) analysieren und bewerten die Relevanz und Wirksamkeit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) auf der Länderebene. Zudem untersuchen sie die Steuerung des Länderportfolios durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
LPEs liefern dem BMZ, den Durchführungsorganisationen (DOs) und weiteren Akteuren praxisrelevante Evidenz zur Relevanz und Wirksamkeit ihres Engagements im Partnerland. Damit ergänzen LPEs die bestehenden Formate der Modul- und EZ-Programmevaluierungen der DOs sowie die weiteren strategischen Evaluierungen des DEval. Die Ergebnisse und Empfehlungen der LPEs richten sich insbesondere an das beteiligte Regionalreferat des BMZ. Sie ermöglichen es dem Referat, seine strategischen Entscheidungen evidenzbasierter zu treffen. Gegenstand der LPEs ist das vom BMZ finanzierte und gesteuerte Portfolio in einem Partnerland. Dabei steht die retrospektive Analyse des BMZ-Länderportfolios im Fokus.
Hintergrund
Das BMZ trägt stellvertretend für die Bundesregierung die politische Verantwortung für die Förderung von deutschen Entwicklungsmaßnahmen in Partnerländern. Es ist zuständig für die Planung und politische Steuerung der entwicklungspolitischen Maßnahmen sowie deren sachgemäßer Umsetzung. Für seine strategische Planung und Steuerung der bilateralen deutschen Entwicklungszusammenarbeit benötigt das BMZ Informationen über die Wirksamkeit des deutschen Engagements in den Partnerländern. LPEs adressieren diesen Bedarf.
Ziele
Inhaltlich untersuchen LPEs insbesondere die Relevanz, die Wirksamkeit des BMZ-Länderportfolios sowie die strategische Steuerung durch das BMZ in einem Partnerland.
Damit beantworten sie drei zentrale Fragen:
- Was wurde gemacht?
- Was wurde erreicht?
- Wie wurde es erreicht?
Die generierte Evidenz soll somit die Transparenz und Rechenschaftslegung der deutschen EZ stärken. Zudem soll sie dem BMZ Informationen für die strategische Planung und Steuerung des Länderportfolios in den Partnerländern liefern und zum strategischen Lernen beitragen.
Methoden
Der theoriebasierte Ansatz der LPEs kombiniert theoriebildende und -prüfende Methoden. Dies ermöglicht die Untersuchung von Wirkungszusammenhängen sowie Aussagen zu den durch das jeweilige BMZ-Länderportfolio erzielten Wirkungen im Partnerland.
- Im Rahmen der Theoriebildung wird zunächst eine Theory of Change (ToC) entwickelt. Sie beschreibt, wie die Module und EZ-Programme zu den angestrebten Wirkungen auf Länderebene führen sollen. Die ToC dient somit als theoretischer Maßstab, um die Wirksamkeit von Maßnahmen zu überprüfen.
- Bei der Theorieprüfung werden ausgewählte kausale Annahmen (Wirkpfade) empirisch überprüft.
Die Datenquellen sowie die eingesetzten Datenerhebungs- und Analysemethoden können je nach LPE variieren. Die Bewertung der Ergebnisse verschiedener LPEs erfolgt nach möglichst einheitlichen Bewertungsmaßstäben.
Laufende und abgeschlossene Evaluierungen
Kontakt
Dr. Kerstin Guffler
Telefon: +49 (0)228 336907-978
E-Mail: kerstin.guffler@DEval.org
Christoph Hartmann
Telefon: +49 (0)228 336907-953
E-Mail: christoph.hartmann@DEval.org
Kirsten Vorwerk
Telefon: +49 (0)228 336907-971
E-Mail: kirsten.vorwerk@DEval.org
Policy Briefs
- Das BMZ-Engagement in Peru: Umweltschutz gestärkt, Nachhaltigkeit jedoch nicht gesichert
- Balance zwischen vielfältigen Ansprüchen: Strategische Portfoliosteuerung und Fachkompetenz für eine wirksame Entwicklungszusammenarbeit
- Länderportfolioreviews. Ein Analyseinstrument für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit