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Förderung von Antikorruption und Integrität durch die deutsche EZ

Korruption zählt zu den größten Hemmnissen für nachhaltige Entwicklung. Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) seit vielen Jahren Transparenz und Integrität in den Partnerländern. Das DEval evaluiert, inwieweit der aktuelle Ansatz des BMZ angemessen und geeignet ist, zur Verringerung und Prävention von Korruption beizutragen.

Die Evaluierung untersucht die Förderung von Transparenz, Rechenschaft und Integrität durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Der aktuelle Ansatz des BMZ hierzu gliedert sich in zwei Komponenten: Als „Qualitätsmerkmal“ soll "Antikorruption und Integrität“ querschnittlich innerhalb der deutschen EZ verankert werden. Zweitens unterstützt das BMZ gezielt Maßnahmen zur Förderung von Transparenz und Integrität in Partnerländern, wie beispielsweise politische Reformprozesse oder die Modernisierung der Verwaltung.

Die Evaluierung bewertet die Umsetzung und das Wirkpotenzial beider Komponenten. Die übergeordnete Fragestellung lautet: Inwieweit ist der Ansatz angemessen und geeignet, einen Beitrag zur Prävention und Reduktion von Korruption in den Partnerländern der deutschen EZ zu leisten? Zur Beantwortung dieser Frage orientiert sich die Evaluierung an den Kriterien des OECD Development Assistance Committee und bewertet Relevanz, Kohärenz, Effizienz, Effektivität, Impact und Nachhaltigkeit der Förderung von Antikorruption.

Hintergrund

Als eines der größten Entwicklungshemmnisse schränkt Korruption Eigeneinnahmen von Partnerländern ein, trägt zu Menschenrechtsverletzungen bei, senkt das Vertrauen von Bürger*innen in staatliche Institutionen und mindert Anreize für Investitionen. Die internationale Gemeinschaft weist der Förderung von Transparenz und Integrität daher seit mehreren Dekaden hohe Bedeutung zu, wie etwa die Verabschiedung des Übereinkommens der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC) im Jahr 2003 zeigt. Das internationale Engagement zur Bekämpfung von Korruption spiegelt sich zudem im Nachhaltigkeitsziel 16 (Unterziel 16.5) wider.

Auch die deutsche EZ setzt sich bereits seit den 1990er Jahren für die Förderung von Transparenz und Integrität in Partnerländern ein. Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption in Partnerländern sind Bestandteil der Kernthemenstrategie „Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt“. Mit der Verabschiedung des BMZ-Leistungsprofils „Antikorruption und Integrität“ 2022 wurden verbindliche Vorgaben dazu formuliert, wie Korruptionsbekämpfung als „Qualitätsmerkmal“ querschnittlich verankert werden soll. 

Ziele

Es werden Schlussfolgerungen und Empfehlungen dazu abgeleitet, wie das BMZ seinen Ansatz zur Förderung von Antikorruption und Integrität verbessern und stärken kann. Im Fokus stehen Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Ansatzes sowie zur Rechenschaftslegung über die Wirkpotenziale des Ansatzes.

Methoden

Die Evaluierung folgt einem theoriebasierten Design. Sie analysiert zwei Wirkungspfade unter Berücksichtigung unterschiedlicher Kontextbedingungen: einen Wirkstrang zur querschnittlichen Verankerung von Antikorruption und Integrität sowie einen Wirkstrang zu gezielten Maßnahmen in Partnerländern.

Die Evaluierung kombiniert qualitative und quantitative Methoden. Im Rahmen von insgesamt sieben Fallstudien werden kontextspezifische Erkenntnisse generiert. Hiervon werden vier Fallstudien vor Ort durchgeführt – in Äthiopien, Indonesien, Moldau und Kolumbien. Drei Remote-Fallstudien (Malawi, Marokko und ein weiteres Land aus der MENA-Region) ergänzen diese Ergebnisse. Länderübergreifende Analysen, beispielsweise zu Portfoliodaten, eine Online-Umfrage mit Vertreter*innen von Durchführungsorganisationen sowie ein quantitatives Systematic Literature Review tragen Erkenntnisse über systematische Muster bei.

Die Evaluierung wird von einem Sounding Board aus Wissenschaftlerinnen und einem Sounding Board aus Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen aus dem Globalen Süden begleitet.

Kontakt

Portrait von Dr. Marie-Sophie Heinelt
© DEval

Dr. Marie-Sophie Heinelt

Evaluatorin - Teamleitung

Telefon: +49 (0)228 336907-313

E-Mail: marie-sophie.heinelt@DEval.org

Portrait von Dr. Stefan Leiderer
© DEval

Dr. Stefan Leiderer

Abteilungsleiter: Fragile Staatlichkeit, Konfliktprävention und Governance

Telefon: +49 (0)228 336907-940

E-Mail: stefan.leiderer@DEval.org

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