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Evaluierung der feministischen Entwicklungspolitik

Die feministische Entwicklungspolitik des BMZ will strukturelle Ursachen von Ungleichheit überwinden und die gleichberechtigte Teilhabe von allen Menschen, insbesondere Frauen, Mädchen und marginalisierten Gruppen, fördern. Das DEval evaluiert, inwieweit ausgewählte Ziele dieser Strategie erreicht wurden und was die deutsche Entwicklungspolitik hieraus für die Zukunft lernen kann.

Das BMZ hat die Strategie der feministischen Entwicklungspolitik 2023 veröffentlicht. Die Strategie beinhaltet fünf zentrale Elemente: Feministische Entwicklungspolitik soll die Menschrechte fördern (menschenrechtsbasiert) und die strukturellen und systemischen Ursachen der fehlenden Gleichstellung überwinden (gendertransformativ). Ungleichheiten sollen nicht isoliert, sondern mit Blick auf die Überschneidung von unterschiedlichen Diskriminierungsmerkmalen betrachtet werden (intersektional). Die Strategie sieht vor, in der Entwicklungszusammenarbeit koloniale Kontinuitäten und rassistische Denkmuster zu berücksichtigen (antirassistisch und postkolonial) und setzt auf starke Verbündete in der internationalen Gemeinschaft sowie mit der Zivilgesellschaft (breite Allianzen).

In der Strategie definiert das BMZ vier Handlungsfelder: im Handlungsfeld 1 sollen die Rechte, Ressourcen und Repräsentanz in der deutschen Entwicklungspolitik gestärkt werden. Handlungsfeld 2 bezieht sich auf die Verankerung des feministischen Ansatzes in den Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit. Handlungsfeld 3 fokussiert sich auf den Ausbau internationaler Allianzen. Dies betrifft das Verhältnis zu den Partnerregierungen, das multilaterale Engagement und die Zusammenarbeit mit der feministischen Zivilgesellschaft. Handlungsfeld 4 umfasst schließlich die Weiterentwicklung des BMZ als Organisation.

In der Evaluierung der feministischen Entwicklungspolitik untersucht das DEval die Relevanz und Kohärenz der Konzeption und Ausgestaltung der Strategie. Des Weiteren analysiert das Institut, inwieweit die Ziele in den verschiedenen strategischen Handlungsfeldern erreicht wurden, darunter auf Portfolio-, Länder und multilateraler Ebene.

Hintergrund

Die globalen Kontextbedingungen für Entwicklungspolitik, generell wie für ihre feministische Ausgestaltung, sind herausfordernd. Auf (geo-)politischer Ebene sind Prioritätenverschiebungen, eine steigende Anzahl von Krisen und Konflikten, Anti-Gender-Bewegungen sowie eingeschränkte Handlungsspielräume für zivilgesellschaftliche Organisationen zu nennen. Zudem gibt es einen Finanzierungsrückgang bei öffentlichen Entwicklungsleistungen und die Mittel für Projekte zur Gleichberechtigung der Geschlechter sinken.

Feministische Entwicklungspolitik war ein maßgeblicher Schwerpunkt der 20. Legislatur (2021-2025) und wird in der aktuellen Legislaturperiode (seit 2025) fortgeführt. Im internationalen Raum reiht sich die BMZ-Strategie in Strategien feministischen Außenhandelns anderer Staaten, wie beispielsweise Frankreich, Kolumbien, Mexiko und Spanien, ein.

Ziele

Mit der Evaluierung werden Erkenntnis-, Lern- und Rechenschaftsfunktionen verfolgt. Die Evaluierung soll:

  • zur Evidenzgrundlage für feministischen Entwicklungspolitik beitragen
  • Lernimpulse zur Umsetzung feministischer Entwicklungspolitik geben
  • Evidenz für den öffentlichen Diskurs zur feministischen Entwicklungspolitik bereitstellen
  • Rechenschaft bezüglich der Umsetzung von Ansätzen und Zielen der Strategie fördern
  • in methodischer Hinsicht einen menschenrechtsbasierten Evaluierungsansatz umsetzen und diesen weiterentwickeln

Methoden

Das theoriebasierte Design der Evaluierung wird ergänzt durch einen menschenrechtsbasierten Ansatz, der menschenrechtliche Prinzipien während des gesamten Evaluierungsprozesses verankert. Dabei werden verschiedene Methoden der Datenerhebung und -analyse angewandt und miteinander kombiniert, um die Ausgestaltung und Umsetzung der Strategie zu untersuchen. Hierzu gehören unter anderem eine Portfolioanalyse, Länderfallstudien und eine multilaterale Fallstudie inklusive der qualitativen Analyse von Interviews und Dokumenten, Primärdatenanalysen, sowie menschenrechtliche Kontext-, Vulnerabilitäts- und Stakeholderanalysen.

Kontakt

Portrait von Dr. Angela Heucher
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Dr. Angela Heucher

Senior-Evaluatorin - Teamleitung

Telefon: +49 (0)228 336907-938

E-Mail: angela.heucher@DEval.org

Portrait Martin Bruder
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Dr. Martin Bruder

Abteilungsleiter: Zivilgesellschaft, Menschenrechte

Telefon: +49 (0)228 336907-970

E-Mail: martin.bruder@DEval.org

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