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Demokratieförderung und Demokratieschutz durch die EZ

Das DEval führt in Zusammenarbeit mit IDOS eine Synthese wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Relevanz, Effektivität und entwicklungspolitischen Wirkungen von Demokratieförderung und Demokratieschutz in Zeiten von Autokratisierung durch.

Wie kann Entwicklungszusammenarbeit (EZ) Demokratie in Partnerländern fördern? Diese Frage ist drängender denn je, denn Demokratie befindet sich weltweit in der Krise. Deutschland ist größter bilateraler Geber der Demokratieförderung, sodass es hier eine Schlüsselrolle einnehmen kann. Gleichzeitig besteht eine kritische Evidenzlücke hinsichtlich wirksamer Ansätze der Demokratieförderung durch die EZ. Bisherige Befunde zur Wirksamkeit von Demokratieförderung sind uneinheitlich und unvollständig. So variieren Wirkungen mitunter stark. Sie sind davon abhängig, ob es sich um gezielte Demokratieförderung handelt oder EZ in anderen Sektoren. Ebenso beeinflusst die Wirkung, ob Partnerländer bilateral mit einem Geberland zusammenarbeiten oder mit einer multilateralen Organisation. Darüber hinaus fokussiert sich die bisherige Forschung zu Demokratieförderung auf den Übergang von autoritären zu demokratischen Systemen und die Stabilisierung junger Demokratien. Über eine zunehmend relevantere Frage ist hingegen weit weniger bekannt: Wie können Demokratien vor dem Abbau demokratischer Normen, Institutionen und Verfahren geschützt werden? Vor diesem Hintergrund untersucht die evaluative Studie internationale Evidenz zur Wirksamkeit und Relevanz von Demokratieförderung und Demokratieschutz durch die EZ.

Hintergrund

Deutschland ist der größte bilaterale Geber der Demokratieförderung. Die deutsche EZ orientiert sich dabei an der Agenda 2030 und fördert mit ihren Maßnahmen insbesondere Frieden, Gerechtigkeit sowie rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen. Über nicht-staatliche EZ unterstützt das BMZ zudem demokratische Kerninstitutionen wie Wahlbehörden und Parlamente. Mittels Budgethilfe und politikbasierter Finanzierung fördert das Ministerium darüber hinaus verschiedene Reformprozesse. Und auch multilateral engagiert sich das BMZ in unterschiedlichen internationalen Foren, Netzwerken und Initiativen. 

Doch erstmals seit 20 Jahren sind autokratische Regimeformen wieder in der Mehrheit. Außerdem verschlechtert sich in vielen Partnerländern die demokratische Qualität, politische Rechte und bürgerliche Freiheiten werden eingeschränkt. Aber auch etablierte Demokratien geraten unter Druck. Nationalistische Strömungen erstarken und die USA ziehen sich mit der Auflösung von USAID aus der Demokratieförderung zurück. Gleichzeitig fördern China, Russland oder die Türkei Autokratien.

Diese Entwicklungen sind eine Herausforderung für die deutsche EZ, weil sie den Entwicklungsfortschritt gefährden. Zudem erodieren sie eine gemeinsame Normbasis, die internationale Beziehungen erleichtert und politische Kooperation zwischen Staaten ermöglicht. 
 

Ziele

Die evaluative Studie soll die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Demokratieförderung und Demokratieschutz in Zeiten von Autokratisierung systematisch, fundiert und nützlich zusammenführen. Sie ermöglicht es dem BMZ und anderen Stakeholdern somit, zu lernen und zukünftige Maßnahmen auf der Grundlage der gewonnen Erkenntnisse aufzusetzen.

Methoden

Die evaluative Studie untersucht die Relevanz, Effektivität und entwicklungspolitischen Wirkungen von Demokratieförderung durch die EZ. Für die Relevanzbetrachtung stellt die Studie Forschung zu den Dividenden von demokratischer Herrschaft dar und wertet Umfragen zur öffentlichen Meinung in sieben Ländern Sub-Sahara Afrikas und in Deutschland aus.

Die Analyse der Wirksamkeit von Demokratieförderung erfolgt auf mehreren Ebenen: auf Länderebene (Makroebene) sowie disaggregiert nach Interventionstypen auf der Ebene von Institutionen (Mesoebene) und Individuen (Mikroebene). Auf der Länderebene wertet die Studie den Forschungsstand makroquantitativer Wirksamkeitsstudien aus. Zusätzlich werden eigene fallvergleichende statistische Analysen durchgeführt, die die Wirksamkeit von Demokratieförderung auf das Demokratieniveau in Partnerländern untersuchen.

Auf Ebene von Institutionen und Individuen werden zwei Synthesen qualitativer und rigoroser Studien umgesetzt. Sie analysieren die Wirksamkeit von Demokratieförderung in verschiedenen Förderbereichen und von unterschiedlichen Interventionstypen. Hierbei wird ein Augenmerk auf den Einfluss des politischen Kontextes im Partnerland gelegt und auf mögliche nichtintendierte Wirkungen.

Mitwirkende

Kontakt

Portrait von Dr. Mascha Rauschenbach
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Dr. Mascha Rauschenbach

Senior-Evaluatorin - Teamleitung

Telefon: +49 (0)228 336907-942

E-Mail: mascha.rauschenbach@DEval.org

Portrait von Dr. Stefan Leiderer
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Dr. Stefan Leiderer

Abteilungsleiter: Fragile Staatlichkeit, Konfliktprävention und Governance

Telefon: +49 (0)228 336907-940

E-Mail: stefan.leiderer@DEval.org

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