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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Strukturierte Fonds

Hintergrund

Mit dem Ziel die bestehende Finanzierungslücke zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) zu schließen, sind die Geberländer dazu angehalten, verstärkt innovative Finanzierungsmechanismen und -instrumente in der Entwicklungsfinanzierung einzusetzen, die neben öffentlichen Mitteln zunehmend auch die Mobilisierung privater Ressourcen umfassen.

Eines der Haupthindernisse für das Engagement von privaten Investoren in Entwicklungsländern mit entwicklungspolitisch relevanten Investitionen ist, dass diese oft als zu riskant angesehen werden. Mit jeder Anlage sind finanzielle Risiken verbunden, in Schwellen- und Entwicklungsländern werden diese jedoch oft als prohibitiv hoch eingeschätzt.

Gleichzeitig ist eine Vielzahl der heutigen politischen und ökonomischen Herausforderungen globaler Art. Diese Herausforderungen können nicht durch "Insellösungen", sondern nur durch die Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg bearbeitet werden. Dies gilt bspw. für den Ausbau nachhaltiger Energieversorgung oder den verbesserten Zugang zum Kapitalmarkt.

Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen werden in der Entwicklungszusammenarbeit sogenannte Strukturierte Fonds genutzt, die länderübergreifend private Mittel mobilisieren sollen, um einen entwicklungspolitischen Förderzweck zu unterstützen. Strukturierte Fonds werden im Rahmen der Zusammenarbeit mit Regionen in verschiedenen regionalen und sektoralen Kontexten eingesetzt, wobei ihnen ein großes Potenzial für die Finanzierung der SDGs zugeschrieben wird.

Eine Haupteigenschaft von Strukturierten Fonds besteht darin, dass Verluste bis zu einer gewissen Höhe durch öffentliche Geber gedeckt sind und so die Risiken für private Investoren gemindert werden. Dies soll dazu führen, dass private Investoren vermehrt in entwicklungspolitisch relevante Vorhaben investieren. Die meisten Strukturierten Fonds werden zusätzlich durch Technische Zusammenarbeit begleitet, um kapazitätsbedingte Risiken zu mindern und Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards zu sichern.

Ziele der Evaluierung

Die Anzahl Strukturierter Fonds mit Beteiligung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit hat sich in den letzten Jahren stetig erhöht. In diese Fonds fließen rund 800 Mio. EUR an bundesdeutschen Haushaltsmitteln und rund 500 Mio. EUR an KfW-Eigenmitteln. Über die Wirkungen Strukturierter Fonds gibt es bisher jedoch nur sehr begrenzte Informationen. Die Evaluierung verfolgt daher die folgenden Ziele:

- Analyse des Beitrags zur Mobilisierung von zusätzlichen Mitteln/ Nachhaltigkeit

- Analyse der Wirkung auf die Entwicklung lokaler Finanzsysteme und Beschäftigung

- Analyse der Umsetzung entwicklungspolitischer Prinzipien (Arbeitsteilung, Geberharmonisierung, Stärkung regionaler Akteure)

- Einordnung Strukturierter Fonds in die Ziele deutscher Entwicklungszusammenarbeit

Methoden

Die Fragen der Evaluierung werden auf Basis eines theoriebasierten Ansatzes beantwortet.

Im Sinne eines Mixed-Methods-Ansatzes soll für die Untersuchung der entwicklungspolitischen Wirkung Strukturierter Fonds eine Kombination aus einem quasi-experimentellen Design und qualitativen Fallstudien angewandt werden. In der Kombination können Quasi-Experimente und qualitative komparative Fallstudien Kausalzusammenhänge nachweisen und damit aufzeigen, warum bestimmte Effekte beobachtet wurden.

Vorläufiger Zeitplan

Juli - August 2018: Explorative Interviews und Konkretisierung des Evaluierungskonzepts

Oktober - März 2018: Datenerhebung in Fallstudien

April - Mai 2019: Auswertung der Daten

Juni - Oktober 2019: Berichtslegung

Stand: Juli 2018