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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit
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Kurzmeldung

22.03.2019 - Dreieckskooperationen: Vorteile und Herausforderungen

Bei einer Podiumsdiskussion in Buenos Aires am Rande der United Nations Conference on South-South Cooperation – BAPA+40 – nahm das DEval an einer Diskussion über Dreieckskooperationen teil. Bei Dreieckskooperationen arbeiten ein traditioneller Geber, wie z.B. Deutschland, ein Schwellenland und ein Entwicklungsland zusammen, um gemeinsam und auf Augenhöhe Aktivitäten in dem Entwicklungsland umzusetzen.

Die Podiumsteilnehmenden gaben vor etwa 50 Zuhörerinnen und Zuhörern einen Überblick zu ihren Dreieckskooperationen in Deutschland, Indonesien und Paraguay. Sie betonten hierbei die Vorteile, die sich durch die Kooperation von drei Partnern ergeben können. Marcus Kaplan, Teamleiter einer laufenden DEval-Evaluierung zu Dreieckskooperationen, erläuterte die von Dreieckskooperationen beabsichtigten politisch-strategischen Wirkungen. So soll durch Dreieckskooperationen das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen den Partnern grundsätzlich verbessert und Schwellenländer darin gestärkt werden, selber andere Länder bei ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Die anschließende Diskussion beschäftigte sich mit den erhöhten Transaktionskosten, die sich durch die Partnerschaft dreier Länder ergeben, und mit Möglichkeiten, diese gering zu halten. Zwar könnten die zusätzlichen politisch-strategischen Wirkungen gegebenenfalls erhöhte Transaktionskosten rechtfertigen. Eine Einzelfallanalyse sei jedoch zu empfehlen, um zu entscheiden, ob eine Dreieckskooperation der geeignete Ansatz sei, die angestrebten Ziele zu erreichen.

Die Teilnehmenden betonten auch die Bedeutung von gegenseitigem Lernen und die Notwendigkeit, die Modalität auf der politischen Ebene sichtbarer zu machen. In seinem Schlussstatement verwies Marcus Kaplan darauf, dass es auf internationaler Ebene bereits vielfältige Erfahrungen zur Umsetzung von Dreieckskooperationen gibt. Diese sollten – auch über das Instrument der Evaluierung – aufgearbeitet werden, um weiteren Nutzen daraus zu ziehen.

Hintergrund

Die Podiumsdiskussion Lessons Learnt from Triangular Cooperation: Looking at the Results and Sharing Partner Perspectives am Rande der BAPA +40 in Buenos Aires wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) organisiert, zusammen mit dem Planungsministerium von Indonesien und dem Außenministerium von Paraguay. Anlass der BAPA +40 war der 40. Jahrestag des Buenos Aires Plan of Action, der 1978 zur Förderung der technischen Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsländern beschlossen wurde. Mittlerweile wurde diese Süd-Süd-Kooperation um den Aspekt der trilateralen Zusammenarbeit erweitert. Solche Kooperationen haben im Zuge der Agenda 2030 und der darin beschriebenen Notwendigkeit, neue globale Partnerschaften einzugehen, an Bedeutung gewonnen. Neben dem DEval bestand das Panel aus Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Politik aus den organisierenden Ländern, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft.

Die DEval-Evaluierung zu Dreieckskooperationen wird Anfang 2020 auf Basis einer ausführlichen Analyse des deutschen Portfolios einen wichtigen Beitrag zu Rollen, Wirkungen, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen der Modalität liefern.

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