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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit
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Kurzmeldung

22.03.2019 - Spuren hinterlassen: Evaluierungen, die einen Unterschied machen

Das Buch "Dejar huella"/"Leaving a Footprint" versammelt sieben Geschichten von Evaluierungen in Lateinamerika und der Karibik, die auf vielfältige und innovative Weise positive Veränderungen für die Menschen vor Ort erzielten. Die Beispiele umfassen ganz unterschiedliche Projekte aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, sowie Frauen- und Landrechte, die einzelne Universitäten oder ganze Gemeinden, aber auch individuelle Zielgruppen wie Kinder, Jugendliche oder indigenen Frauen betreffen. Durch überraschende und unterhaltsame Erzählungen identifizieren diese Geschichten die Faktoren, die es ermöglichten durch Evaluierung zur Verbesserung der lokalen Entwicklungen beizutragen.

Was sind gute Evaluierungen?

Das Buch behandelt die Frage, wie Institutionen damit umgehen, evaluiert zu werden. Eine anstehende Evaluierung wird von betroffenen Personen oftmals unter dem Gesichtspunkt der Kontrolle und Rechenschaftspflicht betrachtet. Selten werden bei einer Evaluierung die damit verbundenen Lernchancen wahrgenommen. Die im Buch versammelten Beispiele zeigen, wie die Erwartungen von Überwachung und Sanktionen überwunden werden können, wenn das Evaluierungsteam den Fokus stärker auf Verbesserungs- und Lernmöglichkeiten legt. Zentrales Ergebnis ist, dass der Gestaltung des Evaluierungsprozesses eine besondere Bedeutung beigemessen werden sollte. Die Autoren plädieren für einen engen Kontakt zwischen Evaluierenden und den beteiligten Organisationen und heben die Bedeutung von partizipativen Methoden für die Annahme und Bereitschaft zur Umsetzung der Evaluierungsergebnisse hervor. Mit der Unterscheidung zwischen der „Nützlichkeit der Ergebnisse“ und der „Nützlichkeit des Prozesses“ betonen sie das Potenzial für Veränderung, dass in dem Evaluierungsprozess selber steckt.

Weiter kritisieren die Herausgeber, dass viele Evaluierungen sich auf Effizienz und Effektivität sowie kurzfristig zu erreichende und messbare Ergebnisse konzentrieren, anstatt zu demokratischen, transformativen und partizipativen Zwecken beizutragen. Daher fordern sie, den Schwerpunkt von Evaluierung auf einen Beitrag zum Gemeinwohl auszuweiten und verstärkt mittel- und langfristige Ergebnisse aber auch unerwartete Folgen von Entwicklungsmaßnahmen in den Blick zu nehmen. Sie plädieren auch dafür, die Ursachen sozialer Probleme, mit denen sich Programme und Politiken befassen, einzubeziehen.

Das Buch basiert auf der Arbeit des Forschungsprojekts "Evaluation of Public Policies in Argentina and Latin America: Analysis of the Facilitating Factors of its Demand, Use and Adoption", entwickelt von der National University of San Juan (UNSJ), Argentinien. Das DEval hat mit einer Fallstudie aus Costa Rica und mit der finanziellen Unterstützung zur Publikation dieses Buches beigetragen.

Mehr Informationen zu dem Buch finden Sie auf der Website der UNSJ.

Evaluation Capacity Development (ECD) am DEval

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