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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten (abgeschlossen)

Die Landwirtschaft ist in vielen Ländern, besonders in Afrika, der wichtigste volkswirtschaftliche Sektor und gilt deshalb als Schlüssel für wirtschaftliche Entwicklung. Dabei steht der weltweite Agrarsektor vor großen Herausforderungen: eine wachsende Weltbevölkerung, neue Konsumgewohnheiten, die Nachfrage nach Bioenergie sowie die Übernutzung der natürlichen Ressourcen und die Auswirkungen des Klimawandels werden auch in Zukunft die Welternährung sowie die Lebenssituation der Produzentinnen und Produzenten gerade in Entwicklungsländern beeinflussen. Viele kleinbäuerliche Betriebe leiden unter eingeschränktem Zugang zu Produktionsgütern wie Land, Saatgut und Düngemitteln sowie zu Finanzdienstleistungen, Beratung und Innovationen. Ihre geringe Wettbewerbsfähigkeit und unzureichende Einbindung in die Agrarmärkte führen dazu, dass das große bestehende Potential für breitenwirksames Wachstum und Ernährungssicherung nicht ausreichend genutzt wird.

Die Förderung landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten widmet sich diesen Herausforderungen durch Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit kleinbäuerlicher Betriebe und der Förderung von Verarbeitung und Handel zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Erhöhung der Wertschöpfung im Land.

Seit einigen Jahren werden landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten gezielt durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Dies spiegelt sich u.a. in den aktuellen Ansätzen der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ des BMZ wider, in der die Förderung von Innovationen und die Förderung von Wertschöpfungsketten zentrale Elemente darstellen.

Ziele der Evaluierung

Trotz der zunehmenden Bedeutung gibt es bisher nur wenige Evaluierungen oder Studien, die sich mit den Wirkungen der systematischen Förderung landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten insbesondere hinsichtlich Armutsreduzierung und Ernährungssicherung auseinandergesetzt haben. Die Evaluierung sollte dazu beitragen, diese Lücke zu schließen und mit ihren Ergebnissen die strategische Ausrichtung des BMZ im Schwerpunkt Landwirtschaft/ländliche Entwicklung zu unterstützen. Darüber hinaus haben fundierte Erkenntnisse bezüglich der Potenziale und Limitationen der Förderung landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten für Armutsminderung und Ernährungssicherheit auch Relevanz für die Ausgestaltung von Strategien und Förderansätzen in den Partnerorganisationen und anderen Geberinstitutionen, insbesondere in den Ländern der Fallstudien.

Zeitlicher Ablauf

Zu Beginn der Evaluierung erfolgte eine Analyse des deutschen Gesamtportfolios der Fördervorhaben landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten. Dabei wurden unterschiedliche Förderansätze und -aktivitäten voneinander abgegrenzt und eine übergreifende Wirkungslogik auf der Basis einzelner zentraler Handlungsfelder identifiziert.

Im Zuge von Expertenbefragungen wurden weitere Informationen zur Ausgestaltung der Wirkungszusammenhänge und zu relevanten Rahmenbedingungen gewonnen. Anschließend wurden Fallstudien in Burkina Faso und Ghana zu vier verschiedenen Wertschöpfungsketten (Ananas, Cashew, Mais, Reis) durchgeführt. Diese ermöglichten einen Einblick und strukturierten Vergleich zur Überprüfung von Wirkungen auf Zielgruppenebene sowie der Wirkungszusammenhänge und relevanten Rahmenbedingungen. Daher ermöglichten sie nicht nur die Beantwortung der Frage, „ob“, sondern auch „wie“ und „warum“ eine Maßnahme gewirkt hat. Eine Dokumenten- und Literaturanalyse ergänzte das gesamte Vorgehen.

Der Evaluierungsbericht und der Policy Brief 04/2016 wurden im Oktober 2016 veröffentlicht.

Stand: Oktober 2016