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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Evaluierung der ruandisch-deutschen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen (abgeschlossen)

Die Bundesregierung hat 2010 dem Wunsch der Regierung Ruandas nach Beendigung ihrer Unterstützung des Gesundheitswesens zum Ende 2012 zugestimmt. Diese einvernehmliche Entscheidung trägt der Selbst-Verpflichtung der Regierung Ruandas Rechnung, im Einklang mit der Pariser Erklärung zur Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und dem Aktionsplan von Accra, die Arbeitsteilung zwischen den Gebern zu verbessern.

Dieser historische Moment bot eine einzigartige Gelegenheit, 30 Jahre Zusammenarbeit im Gesundheitswesen durch eine summative Evaluation zu bewerten. Angesichts des Einsatzes fast des gesamten Spektrums an EZ-Modalitäten und Instrumenten der deutschen EZ besteht ein übergreifendes Interesse daran, nach so vielen Jahren der Zusammenarbeit Bilanz zu ziehen. Das DEval führte die Evaluierung zwischen Juli 2012 und Oktober 2013 durch und veröffentlichte den Bericht 2014.

Ziele der Evaluierung

Im Sinne von spezifischen Zielen war die Evaluierung darauf gerichtet, zu folgenden Themen Nachweise zu liefern und Bewertungen zu erarbeiten:

1. Entwicklung der ruandisch-deutschen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen;

2. Relevanz, Effektivität, Effizienz, Impact, Nachhaltigkeit, Kohärenz, Koordinierung, Komplementarität und Harmonisierung der ruandisch-deutschen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen;

3. erfolgreiche und weniger erfolgreiche EZ-Modalitäten und Instrumente wie auch deren Interaktion und Anpassung an sich verändernde Umstände innerhalb des Sektors und hinsichtlich der sozio-ökonomischen und politischen Entwicklungen;

4. die Strategie bezogen auf den stufenweisen Ausstieg der deutschen EZ aus dem Gesundheitswesen.

Gegenstand der Evaluierung: Kooperation im Wandel

Entsprechend den historischen Phasen Ruandas sowie den Meilensteinen der deutschen und internationalen Entwicklungspolitik wurde der Zeitraum seit 1980 in drei Perioden unterteilt: Die Zeitspanne zwischen 1980 und dem Genozid 1994, die Post-Konflikt Zeit und die anschließenden Jahre des Wiederaufbaus bis circa 2003, sowie die Phase bis 2012, die geprägt ist durch die Integration des deutsch-ruandischen Gesundheitsprogramms in den ruandischen Sectorwide Approach (SWAp), inkl. Sektorbudgethilfe.

Eine Analyse der wichtigsten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Trends hat den gesamten Zeitraum seit 1980 zum Gegenstand und bildet den Hintergrund für eine kritische Revision der Deutsch-Ruandischen Kooperation seit 1980. Eine Übersicht über Umgestaltungen im Gesundheitssektor sowie über die Entwicklung des Gesundheitszustandes der ruandischen Bevölkerung ist ebenfalls Bestandteil dieser Kontextanalyse.

Die Phase zwischen 2003 und 2012 stellt das Kernstück der Evaluierung dar. Zum Einen erlaubt die umfangreiche Dokumentation der jüngeren Entwicklungsvorhaben im Vergleich zur Frühphase eine genauere Analyse, zum anderen kommt mit dem strategischen Wandel in der deutsch-ruandischen Kooperation seit 2003 ein interessanter Untersuchungsgegenstand hinzu.