Seiteninhalt
Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Evaluationssynthese zur deutschen (staatlichen) Entwicklungszusammenarbeit in fragilen Kontexten

Die Evaluierung untersucht die Wirksamkeit deutscher staatlicher bilateraler Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in fragilen Kontexten. Fragilität, d.h. defizitäre staatliche Autorität, Kapazität und Legitimität, stellt hohe Anforderungen an die Implementierung entwicklungspolitischer Maßnahmen. Zugleich nimmt der Anteil an Entwicklungszusammenarbeit mit fragilen Staaten stetig zu.

Vorgehen

Die Evaluierung beabsichtigt in zweierlei Hinsicht zu einem besseren Verständnis deutscher staatlicher EZ in fragilen Kontexten beizutragen. Eine Portfolioanalyse vergleicht Konzepte staatlicher Fragilität und geht der Frage nach, welchen Kernprinzipien die deutsche EZ in ihrer Strategie gegenüber fragilen Staaten folgt. Ferner wird untersucht, inwiefern sich Strategien in der Allokationsstruktur widerspiegeln. Zur Identifikation der Konzepte und Kernprinzipien betrachtet die Portfolioanalyse neben wissenschaftlichen Publikationen primär die Leitmotive aktueller Strategiepapiere und Leitlinien. Die Allokationsstruktur wird auf Basis des OECD DAC Creditor Reporting System (CRS) sowie der Daten der International Aid Transparency Initiative (IATI) analysiert.

Eine Evaluationssynthese untersucht in einem zweiten Schritt, wie die Fragilität des Kontextes die Wirksamkeit unterschiedlicher Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit sowie deren Evaluierung beeinflusst. Während viele Evaluierungen und Forschungspublikationen sich mit der Wirksamkeit einzelner Instrumente befassen, legt die Evaluationssynthese den Fokus auf den Einfluss des Kontextes. Für die Analyse der Wirksamkeit und der Qualität der Berichterstattung werden ca. 1,000 Evaluierungsberichte der Durchführungsorganisationen GIZ und KFW ausgewertet.

Ziele

Die vorliegende Evaluierung soll die Wirksamkeit deutscher Entwicklungszusammenarbeit im Hinblick auf vier Punkte verbessern. Erstens soll die Wahl eines geeigneten Konzepts und Messmodells von Fragilität unterstützt werden. Zweitens soll gezeigt werden, inwiefern die entwicklungspolitsche Praxis strategischen Leitlinien entspricht. Drittens soll offengelegt werden, wie die Qualität von Evaluierungen in fragilen Kontexten gefördert werden kann. Viertens soll die Untersuchung Informationen für die Strategiebildung und Programmierung von Projekten in fragilen Kontexten bereitstellen.

Die Evaluierung adressiert die folgenden Fragen:

1. Welche Konzepte staatlicher Fragilität eignen sich für die Programmierung deutscher EZ?

2. Wo liegen Kontinuitäten der deutschen Strategie gegenüber fragilen Kontexten und wo hat sich die Strategie gewandelt? Inwiefern spiegelt sich dies in der Allokationsstruktur wider?

3.Inwiefern beeinflusst die Fragilität des Kontextes die Qualität von Evaluierungen?

4. Inwiefern beeinflusst die Fragilität des Kontextes den Erfolg unterschiedlicher Typen von EZ?

DEval Themenschwerpunkt

Die Evaluierung ist eingebettet in den DEval Themenschwerpunkt (TSP) zu Frieden und Konflikt, an dem alle Evaluierungsteams mit Bezug zum Thema beteiligt sind. Im aktuellen Evaluierungsprogramm (2017-2019) sind dem TSP insgesamt, neben der hier beschriebenen, zwei weitere laufende Evaluierungen zugeordnet: Die Evaluierung „Wirksamkeit deutscher Entwicklungszusammenarbeit bei der Bearbeitung konfliktbedingten Fluchtkrisen“ leistet eine Bestandsaufnahme, Analyse und Bewertung der deutschen EZ-Maßnahmen zur Bearbeitung von Fluchtkrisen. Die Evaluierung „Beitrag der deutschen EZ zur Gleichberechtigung der Geschlechter in Post-Konflikt- Kontexten“ untersucht Interventionen in Post-Konfliktländern, die Gendermainstreaming bzw. Empowerment mit dem inhaltlichen Schwerpunkt der Friedenkonsolidierung zum Ziel haben.

Stand: Juni 2018