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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Entwicklung eines Instrumentariums für Länderportfolioreviews (LPR)

Hintergrund

Über den Dreiklang aus Länderstrategie, Programmen und Modulen strebt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an, in den Partnerländern strukturelle Veränderungsprozesse hin zu nachhaltiger Entwicklung zu unterstützen. Gerade im Hinblick auf die Umsetzung der Agenda 2030 und die Unterstützung der Partnerländer beim Erreichen der SDGs nehmen Länderstrategien eine zentrale Rolle für die Steuerung der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) ein.

Auch der OECD-DAC-Prüfbericht über die Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands fordert die Einführung von Länderportfolio-Reviews (LPR) mit dem Ziel, die strategische Ausrichtung der Länderstrategien stärker als bisher evidenzbasiert zu gestalten und Wettbewerbsfähigkeit und Legitimation der deutschen EZ langfristig sicherzustellen. In Anbetracht der strategischen Bedeutung von LPR für evidenzbasierte Entwicklungspolitik hat das DEval  die Entwicklung eines LPR-Instrumentariums bereits 2016 in sein Evaluierungsprogramm aufgenommen und wird in enger Abstimmung mit dem BMZ ein Instrumentarium für Länderportfolioreviews entwickeln und Verfahrensvorschläge generieren. Die Entwicklung des LPR-Instrumentariums ist als explorativer Prozess angelegt, bei dem sich das DEval kontinuierlich mit dem BMZ abstimmt. Sowohl Fragestellungen, Erhebungs- und Analysemethoden als auch Prozesse der Durchführung werden während des Entwicklungsprozesses entwickelt, überprüft und angepasst. Hierbei wird auf frühere deutsche und internationale Erfahrungen zurückgegriffen, aber auch Neues erprobt. Die Instrumentenentwicklung befindet sich zurzeit in der Datenerhebungsphase. Eine erste Fallstudie wurde Anfang 2018 in Kenia durchgeführt, die zweite Fallstudie folgt im Juni in der Mongolei. Die Publikation des Berichts ist für das zweite Quartal 2019 vorgesehen.

Ziele

Ziel eines LPR ist die analytische Sicht „von außen“ auf die Relevanz eines bestehenden Länderportfolios („tun wir im spezifischen Länderkontext (noch) das Richtige?“), unter Einbeziehung der Perspektiven der Bundesregierung, Partnern und Durchführungsorganisationen. Durch LPR soll das Denken der Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger auf Ebene des Gesamtportfolios gestärkt und Zwischenbilanz gezogen werden. So sollen über die kritische Reflexion des Portfolios Potentiale bzw. Herausforderungen hervorgehoben werden, die es dem BMZ ermöglichen, evidenzbasiert Entscheidungen über die Anpassung bzw. Neuausrichtung des Portfolios zu treffen.

Methodische Herangehensweise

Der Entwicklungsprozess des LPR-Instrumentariums wird durch verschiedene Methoden und Datenquellen unterstützt:

Literatur- und Dokumentenauswertung: Eine fortlaufende Auswertung verschiedener Dokumente ist Teil des Prozesses. Insbesondere wird eine strukturierte Auswertung bestehender BMZ-Ansätze sowie Praxis-Erfahrungen anderer wichtiger Geber zur Portfolio-Überprüfung vorgenommen.

Experteninterviews: Für den Prozess der Instrumentenentwicklung hat das DEval eine Referenzgruppe (RG) eingerichtet. Deren Experteneinschätzungen sowie die Perspektiven weiterer Wissensträgerinnen und Wissensträger zu verschiedenen Themen und zu verschiedenen Zeitpunkten werden unter anderem durch (semi-strukturierte Einzel- und Gruppeninterviews sowie Workshops erfasst.

Fallstudien: Zentrales Element des Entwicklungsprozesses ist die Durchführung von zwei explorativen Fallstudien, in denen Vorgehen für LPR ausprobiert und angepasst werden. Für die erste Fallstudie wurde Kenia für die zweite Fallstudie Mongolei festgelegt.

Auswertungs-Workshops: Zu verschiedenen Zeitpunkten im Prozess werden Auswertungs-Workshops durchgeführt. Teilnehmende sind BMZ-Vertreterinnen und Vertreter und ggf. weitere Stakeholder. Zweck dieser Workshops ist die gemeinsame Reflexion und Weiterentwicklung des Instrumentariums und des Vorgehens auf Grundlage der bis dahin gesammelten Erfahrungen.

Zeitplan

September 2017 – Januar 2018: Entwicklung des Instrumentariums

Januar und Februar 2018: Fallstudie Kenia

April – September 2018: Weiterentwicklung / Anpassung des Instrumentariums

Juni 2018: Fallstudie Mongolei

Oktober – Dezember 2018: Finalisierung des Instrumentariums und Berichtslegung

April 2019: Veröffentlichung

Stand: Juni 2018