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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

DEval-EBA-Studie

Building Bridges Between International Humanitarian and Development Responses to Forced Migration

Im Rahmen seiner Evaluierung zur Wirksamkeit deutscher Entwicklungszusammenarbeit bei konfliktbedingten Fluchtkrisen hat das DEval in Kooperation mit der von der schwedischen Regierung mandatieren „Expert Group for Aid Studies (EBA) eine strukturierte Literaturstudie mit dem Titel „Building Bridges between International Humanitarian and Development Responses to Forced Migration“ erstellt. Die Studie umfasst eine Aufarbeitung und Analyse der internationalen Literatur zur Verzahnung von internationaler humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Dabei geht der Literaturbericht der Frage nach, wie humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit im Kontext konfliktbedingter Fluchtkrisen effektiv miteinander verzahnt werden können.

 

In einem ersten Schritt analysieren die AutorInnen, wie die einschlägige konzeptionelle Literatur das Problem der Verzahnung von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit erfasst und welche Empfehlungen sie zur Überwindung dieses Problems ausspricht. Die Analyse zeigt, dass die Verzahnung ein mehrdimensionales Problem ist, da sich die “Lücke” zwischen humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit aus verschiedenen Teillücken zusammensetzt. Zu deren Überwindung spricht die konzeptionelle Literatur eine Reihe von konkreten Empfehlungen aus. Die AutorInnen führen sodann die Befunde in einem Analyseraster zusammen, mit dem die Bearbeitung konfliktbedingter Fluchtkrisen aus der Verzahnungsperspektive untersucht werden kann.

In einem zweiten Schritt wenden die AutorInnen das Analyseraster an, um Evaluierungen und evaluative Studien zu untersuchen, die sich mit der internationalen Reaktion auf die Syrienkrise befassen. Die Anwendung des Analyserasters ermöglicht eine systematische Untersuchung, in welchem Umfang (und warum oder warum nicht) die konzeptionellen Empfehlungen im Fall Syrien bereits in die Praxis umgesetzt wurden.

Die Analyseergebnisse legen nahe, dass – nach den ersten Jahren der hauptsächlich humanitären Bearbeitung der Syrienkrise – erste Erfolge bei der Verzahnung von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit erzielt werden konnten. Gleichzeitig bestehen erhebliche Koordinierungsprobleme fort. Es zeigt sich, dass die planvolle Verzahnung der Implementierung von humanitären und Entwicklungsprogrammen eine große Herausforderung für Akteure auf der strategischen wie operativen Ebene bleibt. Zudem übersteigt die insgesamt ohnehin unzureichende finanzielle Ausstattung der humanitären Hilfe jene der Entwicklungszusammenarbeit. Von dieser Ressourcenknappheit sind insbesondere Programme zur langfristigen Stärkung der Resilienz vulnerabler Gruppen betroffen. Gleichzeitig besteht eine wichtige Evaluierungs- bzw. Wissenslücke darin, dass bestehende Hypothesen oder anekdotische Evidenz zur besseren Verzahnung von humanitärer Hilfe und struktureller EZ kaum systematisch und empirisch überprüft wurden. So gibt es bisher keine Studie, die systematisch untersucht, ob gemeinsame internationale Strategien, welche die humanitäre und die entwicklungspolitische Bearbeitung der Syrienkrise aufeinander abstimmen, tatsächlich zur Reduzierung der Vulnerabilität von Flüchtlingen beitragen.