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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Deutsche handelsbezogene Entwicklungspolitik (abgeschlossen)

Die Aid for Trade (AfT) Initiative wurde 2005 im Rahmen des Ministertreffens der Welthandelsorganisation (WTO) ins Leben gerufen. Die Initiative unterstützt Entwicklungsländer dabei, potentielle Wohlfahrtsgewinne aus der Handelsliberalisierung zu realisieren und kompensiert sie für Verluste, die durch die Einführung von Handelsabkommen entstehen können. Die genaue Definition, Eigenschaften und der Mehrwert der AfT-Initiative sind seit Beginn der Initiative Anlass heftiger Diskussionen. Allgemein ist AfT weder ein neuer globaler Entwicklungsfonds noch eine neue Kategorie in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Stattdessen ist AfT sehr breit definiert und ein fester Bestandteil der bestehenden Programme der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (ODA).

Deutschland hat erhebliche Anstrengungen unternommen, die AfT-Initiative auf Grundlage des in 2011 verfassten BMZ-AfT-Konzeptpapiers in die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zu integrieren. Neben Japan und den USA gehört Deutschland zu den drei größten AfT-Geberländern. Mit Ausnahme einer Studie des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik von Voionmaa und Brüntrup aus dem Jahr 2009, wurde der deutsche AfT-Ansatz bisher nicht analysiert. Fast ein Jahrzehnt nach Einführung der AfT-Initiative ist es daher an der Zeit, die bisherige deutsche AfT-Unterstützung umfassend zu untersuchen.

Ziele der Studie

Die DEval-Studie versucht, diese Lücke zu schließen, indem sie fast 10 Jahre deutsche AfT-Unterstützung bespricht und bewertet. Allgemein besteht ein großes Interesse daran, mehr über die deutsche AfT-Unterstützung, die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) umgesetzt wird, zu erfahren und zu lernen. Dabei spielt das BMZ-AfT-Konzept, das diese Initiative lenkt, eine große Rolle.

Die Ergebnisse sollen darstellen, wie sich AfT als Querschnittsthema in der EZ in den letzten 10 Jahren entwickelt hat. Die deutsche EZ kann die Ergebnisse und die aus der Studie gewonnenen Erfahrungen nutzen, um den deutschen AfT-Ansatz weiter zu entwickeln und zu spezifizieren.

Die Ziele der Studie sind:

- zu bewerten, ob der gegenwärtige deutsche AfT-Ansatz in Bezug auf seine Ziele und seinen theoretischen und organisatorischen Aufbau in sich stimmig ist.

- einen allgemeinen Überblick des AfT-Portfolios zu verschaffen, um zu bewerten, ob AfT - wie im BMZ-AfT-Konzept vorgesehen – durch „Mainstreaming“ erfolgreich in die deutsche EZ eingebunden wurde.

Forschungsfragen

Aus den Zielen werden drei übergeordnete Forschungsfragen abgeleitet:

Frage 1: Spiegelt das BMZ-AfT-Konzept im Vergleich mit anderen AfT-Geberstrategien die internationale Diskussion zu AfT auf angemessene Weise wider?

Frage 2: War das Mainstreaming von AfT in BMZ-Schwerpunktstrategien und Sektor-, und Länderkonzepten erfolgreich?

Frage 3: Spiegelt das deutsche AfT-Portfolio die strategischen Schwerpunkte des BMZ-AfT-Konzepts wider?

Die Studie konzentriert sich in der Datenanalyse auf die Jahre 2008-2012, da eine Unterscheidung in AfT im engeren und im weiteren Sinne erst ab 2008 möglich ist. AfT im engeren Sinne (Trade Related Assistance) umfasst EZ-Kategorien mit konkreter Handelsrelevanz, während AfT im weiteren Sinne darauf abzielt, günstige Rahmenbedingungen für internationalen Handel zu schaffen (vor allem die Schaffung produktiver Kapazitäten und handelsrelevanter Infrastruktur). Die Dokumentenanalyse umfasst Berichte ab 2006, da diese bereits handelsrelevante Aspekte berücksichtigen sollten.