Seiteninhalt
Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Evaluierung der EZ-Modalität Dreieckskooperationen

Hintergrund

Wachsende Beteiligung von Schwellenländern an der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) ermöglicht neue Formen der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Ressourcen von Schwellen- und Industrieländern können darin komplementär genutzt und so potenziell besser in Wert gesetzt werden.

Gegenstand der Evaluierung ist die Kooperationsform der Dreieckskooperation im Rahmen der deutschen EZ. Dabei vereinbaren in der Regel drei Länder mit unterschiedlichem Entwicklungsstand (traditioneller OECD/DAC-Geber – hier Deutschland, ein Schwellenland sowie ein Empfängerland) eine Kooperation, um gemeinsam entwicklungspolitische Maßnahmen zu verwirklichen. Seit einigen Jahren erfreuen sich Dreieckskooperationen zunehmender internationaler Aufmerksamkeit und sind in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verankert. Im dort festgeschriebenen Nachhaltigkeitsziel (SDG) 17 – „globale Partnerschaft“ – werden Dreieckskooperationen explizit als eine weitere Modalität der EZ genannt, die stärker gefördert werden soll. Auch in der Accra Agenda for Action (2008) und der Addis Abeba Action Agenda (2015) wurde diese Kooperationsform als förderungswürdig verankert. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat bereits 2013 ein Positionspapier zu Dreieckskooperationen veröffentlicht und darin das Ziel gesetzt, diese Modalität verstärkt zu nutzen. Neben dem Ziel, die Wirksamkeit von Vorhaben zu verbessern, verfolgt das BMZ mit dieser Form der EZ auch das Ziel, mit Schwellenländern ein gemeinsames Verständnis von Entwicklungspolitik aufzubauen sowie den Dialog über Standards, Kriterien und Werte zu führen. Dies manifestiert sich heute darin, dass Deutschland im internationalen Vergleich zu anderen DAC-Gebern, hinter Japan und der UN, an dritter Stelle bezüglich aufgewandter Mittel für diese Kooperationsform rangiert.

Der geographische Schwerpunkt der Dreieckskooperationen mit deutscher Beteiligung liegt in Lateinamerika, gefolgt von Asien und Sub-Sahara-Afrika. Insgesamt existieren bisher ca. 80 ausgelaufene und 30 laufende Maßnahmen im Portfolio des BMZ.

Ziel der Evaluierung ist es, evidenzbasierte Aussagen über die Wirksamkeit, die Angemessenheit sowie die Potentiale und Grenzen der Modalität treffen zu können. Dabei befasst sich die Evaluierung damit, inwiefern bisherige Dreieckskooperationen wirksam waren und inwiefern generell aus dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Akteure ein besonderer Wert generiert wird. Themen wie Komplementarität, besondere Vor- und Nachteile, Lern- und Erfahrungsaustausch, Partizipation, Ownership spielen hier ebenso eine Rolle wie Transaktionskosten und gemeinsame Rechenschaft. Zudem werden die unterschiedlichen Rahmenbedingungen im internationalen Kontext sowie in den beteiligten Ländern untersucht, um fördernde und hemmende Faktoren einer wirksamen Dreieckskooperation zu identifizieren.

Zeitplan

Die Festlegung des konkreten Evaluierungsgegenstandes, der Evaluierungsfragen sowie der methodischen Vorgehensweise erfolgt in Konsultation mit den Stakeholdern der Evaluierung bis zum Frühjahr 2018. Die Datenerhebung in Rahmen von Fallstudien wird einen Zeitraum bis zum 4. Quartal 2018 einnehmen. Abschließend erfolgt die Datenauswertung und die Berichtslegung bis zum 3. Quartal 2019.

Stand: Februar 2018